Anstatt Mozartwoche nur virtuelle Mozarttage in Salzburg

Intendant Rolando Villazons Eröffnung mit Freude und Optimismus

Intendant und Gastgeber der Mozartwoche Salzburg 2021: Rolando Villazon
Intendant und Gastgeber der Mozartwoche Salzburg 2021: Rolando Villazon © Wolfgang Lienbacher

Wer von den Klassikfreunden Lust hat auf eine digitale Mozartwoche, der muss sich beeilen. Das traditionelle Minifestival, die kleine Schwester der mondänen Festspiele im Sommer, startete am Mittwoch mit einer heuer nur fünftägigen Hommage an den genius loci.

Und das an seinem 265. Geburtstag. Bis 31. Jänner kann man im Netz ein kompaktes Mozartprogramm erleben. So nebenbei ist es die 65. Mozartwoche seit ihrem Bestehen im Jahre 1956. Also jubiläumsgerechte Anlässe, die das mutige „Aufsperren“ der Kultur des von der Stiftung Mozarteum mitveranstalteten Festes durchaus rechtfertigen kann.

Musik von Mozart ist so umfangreich vorhanden, dass die Werkauswahl nicht einfach war und auch viel Kenntnis der Materie erforderte. Das fehlte bei Rolando Villazon keineswegs, aber da wartete er noch für die Eröffnung mit einer sensationellen Überraschung auf. Einem zufällig entdeckten, noch nie aufgeführten Klavierstück des 17-jährigen Mozart mit der unglaublichen Dauer von 94 Sekunden.

Unverkennbar aus seiner Feder, was allerdings bei aller Kompetenz der Mozart-Experten noch durch vier eingeholte Expertisen geprüft und die Echtheit seiner Handschrift bestätigt wurde. Es ist weder ein Fragment, noch eine Skizze, und mit gebührendem Respekt wurde es auch von einem der besten Mozart-Interpreten, Seong-Jin Cho, „uraufgeführt“.

35 Werke aus dem Arienschatz Mozarts

Das Abendkonzert spielte dann das Mozarteum Orchester in bewährter Güte, erstmals mit der kanadischen Pultdebütantin in Salzburg Keri-Lynn Wilson. Spritzig, fröhlich angehend gestaltete sie die „kleine“ g-Moll Sinfonie Mozarts und führte den Klangkörper zu einem Musizieren von dunkler Intensität. Weiters gab es noch aus dem reichen Arienschatz von 35 eigenständigen Werken Mozarts einiges zu hören, und dies von Villazon selbst, der es sich leisten konnte, an seine unvergessliche Tenorstimme auf der Bühne zu erinnern, wobei ihm die sauberen Koloraturen leicht aus der Kehle flossen. Laute Bravi kamen vom Orchester.

Barenboim, Bartoli & die Wiener Philharmoniker

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Es zahlt sich aus bei der digitalen Mozartwoche zu bleiben, denn neben Raritäten im Programm und aufstrebenden Künstlern, ist auch großen Namen wie Daniel Barenboim, Cecilia Bartoli oder Martha Argerich und natürlich auch den Wiener Philharmonikern unter den Interpreten der heurigen fünftägigen Mozartwoche bis 31. Jänner zu begegnen.

mozarteum.at
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