Anstieg der Kindergarten-Auslastung in allen Bundesländern

Die Auslastung der Kindergärten steigt in allen Bundesländern wieder nach und nach an. Zumeist pendelte sich die Anwesenheit der Kinder zwischen zehn und 20 Prozent ein, Ausreißer gibt es in Kärnten (sechs Prozent) und in der Steiermark (bis zu 40 Prozent). Grund dafür ist nicht zuletzt die Öffnung des Handels nach den Schließungen wegen der Coronakrise.

In Wien gehen aktuell 19 Prozent der Kinder wieder in den Kindergarten, sagte eine Sprecherin des zuständigen Stadtrats Jürgen Czernohorszky (SPÖ) auf APA-Nachfrage (Stand: Mittwoch). In konkreten Zahlen bedeutet dies: Es waren 6.426 von 33.370 Kinder in den städtischen Einrichtungen in Betreuung.

Manche Kinder kommen nicht jeden Tag, sondern beispielsweise nur zwei Tage die Woche. Denn viele Eltern würden noch im Home Office arbeiten oder in Kurzarbeit sein, wurde hinzugefügt. In manchen Familien wechseln sich die Elternteile auch mit der Betreuung des Nachwuchses ab. Die Stadt Wien rechnet mit einem kontinuierlichen weiteren Anstieg der Besuchszahlen in den Kindergärten, wobei ein größerer Sprung mit 18. Mai, dem Tag der Wiederaufnahme des Unterrichts an den Volksschulen, erwartet wird.

In Niederösterreich besuchen derzeit 7.600 Kinder die Kindergärten. Dies entspricht laut einem Sprecher der Bildungs-Landesrätin Christine Teschl-Hofmeister (ÖVP) rund 14 Prozent der sonst anwesenden Kinder. In Oberösterreich waren mit Stand Dienstag, 5. Mai, im Schnitt 12,8 Prozent der im März angemeldeten Kinder wieder in den zahlreichen Einrichtungen der Pfarrcaritas und Caritas. In den 110 Kinderbetreuungseinrichtungen der Landeshauptstadt Linz waren am Donnerstag 829 (17,27 Prozent) Kinder.

Die steirischen Kinderbetreuungseinrichtungen werden bis Mitte Mai schrittweise wieder hochgefahren. In der laufenden Woche liege die aktuelle Auslastung durchschnittlich bei 30 und 40 Prozent, hieß es aus dem Büro von Bildungslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP). Laut Rückfrage bei einzelnen Trägern “nicht über 50 Prozent”. Vonseiten des Landes erging eine Bitte an die Eltern, zu prüfen, ob eine Möglichkeit der Betreuung zuhause weiterhin gegeben sei. In den Grazer Kindergärten und -krippen lag die Auslastung zuletzt bei 12 bzw. 18 Prozent, bei “leicht steigender Tendenz”.

In Kärnten betrug die Auslastung der Kindergärten und Kleinkindbetreuungseinrichtungen mit Ende vergangener Woche sechs Prozent. Das bedeutet, dass von den insgesamt rund 22.000 Kindern etwa 1.300 in Betreuung waren, hieß es am Mittwoch auf APA-Anfrage aus dem Büro des zuständigen Referenten, Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ). Ein Grund für die noch niedrigen Zahlen könnte sein, dass offensichtlich noch viele Eltern in Kurzarbeit sind oder von zu Hause aus arbeiten: “Leider gibt es auch sehr viele zusätzliche Arbeitslose”, so ein Sprecher von Kaiser. Allerdings rechne man damit, dass die Zahlen nun kontinuierlich weiter ansteigen, vor allem, wenn Gastronomiebetriebe und Beherbergungsbetriebe wieder öffnen.

In Tirols Kindergärten, Kinderkrippen und Horten befinden sich mittlerweile wieder rund 4.000 Kinder. Damit seien knapp über zehn Prozent der Kinder wieder in ihre Betreuungseinrichtungen zurückgekehrt. Es habe eine “sukzessive Steigerung” gegeben, hieß es aus dem Landhaus.

In Vorarlberg waren am Mittwoch 1.310 Kinder zur Betreuung in den Kindergärten – das entspricht einem Prozentsatz von rund 14 Prozent und damit einem Anstieg um rund zehn Prozentpunkte seit Mitte April (3,7 Prozent). In 67 von 420 Kindergärten sind derzeit keine Kinder in Betreuung, da der Bedarf nicht gegeben ist.

Als möglicher Grund für die Zunahme der betreuten Kinder wird im Büro der zuständigen Landesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) die Öffnung des Handels und die generelle Notwendigkeit vieler Eltern, wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren, genannt. Auch beengte Wohnverhältnisse könnten eine Rolle spielen, hieß es – dies seien aber alles nur Vermutungen, es werde nicht nach den Gründen gefragt, warum die Kinder im Kindergarten seien.

Im Burgenland kamen am Mittwoch 1.656 Kinder in die Kindergärten und -krippen, hieß es auf APA-Anfrage aus dem Büro von Bildungslandesrätin Daniela Winkler (SPÖ). Das entspricht rund 15,5 Prozent der angemeldeten Kinder. Damit ist die Auslastung zuletzt doch deutlich gestiegen. Zuvor waren am 14. April lediglich 113 (rund ein Prozent) und am 30. April 742 Kinder (rund sieben Prozent) in Betreuung. In den kommenden Tagen und Wochen rechne man zudem mit einer weiteren Steigerung.

Im Bundesland Salzburg liegt die Auslastung in den Betreuungseinrichtungen für Kinder derzeit bei knapp über 20 Prozent. Das teilte Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) am Donnerstag auf APA-Anfrage mit. Damit steigt der Bedarf auch in Salzburg kontinuierlich an.

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