Antigen-Tests machen Sinn, um Superspreader rasch zu finden

15-Minuten-Tests aber weniger zuverlässig als PCR-Tests

AGES-Chef Franz Allerberger unterzieht sich zu Testzwecken selbst einem Antigen-Schnelltest: Das Ergebnis war wie erwartet negativ.
AGES-Chef Franz Allerberger unterzieht sich zu Testzwecken selbst einem Antigen-Schnelltest: Das Ergebnis war wie erwartet negativ. © APA/Jäger

Laut ersten Studien sind Antigen-Schnelltests nicht so zuverlässig wie der „Gold-Standard“, der PCR-Test, was die Aussagekraft über das Vorliegen einer Corona-Infektion betrifft, aber zum Herausfiltern von sogenannten Superspreadern sehr wohl geeignet.

Während man bei einem PCR-Test mehrere Stunden auf das Ergebnis warten muss, liefern Schnelltests ähnlich einem Schwangerschaftstest binnen einer Viertelstunde ein Ergebnis. Ihre Aussagekraft wird derzeit u. a. von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) analysiert.

Demnach sei die Rate an fälschlich positiv getesteten Personen gering. Unter den 36 nachweislich erkrankten Personen, die bisher mit dem Antigen-Verfahren erneut getestet wurden, habe man „immerhin 75 Prozent richtig identifizieren können“, betont AGES-Chef Franz Allerberger.

Die WU Wien hat mit der gleichen Methode rund 25000 Vorlesungsbesucher getestet, alle fünf positiven Ergebnisse waren korrekt.

Einsatz bei begründetem Verdacht

Die Realität lasse auf eine deutlich niedrigere Sensitivität als angepriesen, schließen, meint Manuela Födinger, Leiterin des Instituts für Labordiagnostik der Klinik Favoriten.

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Sie sieht das Einsatzgebiet der Antigen-Tests aber zur raschen Abklärung, wo bereits ein begründeter Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion vorliegt und auf der Suche nach Superspreadern, Personen mit einer hohen Viruslast aber wenigen oder keinen Symptomen.

Die Schnellverfahren würden, so Allerberger, bei den niedergelassenen Hausärzten Sinn machen, um unter den vielen Patienten im Herbst und Winter, Überträger mit hoher Viruslast zu detektieren. Vor dem Einsatz etwa vor Konzertveranstaltungen oder im Bildungssystem rät er derzeit noch ab.

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