Anton Bruckner: Raritäten aus dem Oeuvre (Weinberg Records)

Von Georgina Szeless

Zum 150-jährigen Bestand hat sich die Oberbank ein nobles Geschenk gemacht. Bei Weinberg Records hat das Geldinstitut eine Jubiläumsedition von Bruckner-Werken herausgebracht, bei denen es sich größtenteils um solche handelt, die zwischen den 2008 und 2012 von der Bruckner Privatuniversität erforscht und auf die Bühne der Brucknerfeste gebracht wurden.

Damit sind die zumeist unbekannten Werke, 18 an der Zahl, erstmals auf Tonträger anzuhören und sicher auch für Bruckner-Kenner eine Überraschung. Eröffnet sich doch eine neue Dimension der Klangsprache des Meisters, entfernt von den monumentalen Inhalten seines sinfonischen Schaffens. Den Großteil der Aufnahmen nehmen Bruckners Männerchöre ein, aber auch andere vokale Schätze und groß konzipierte epische Kostbarkeiten, teils instrumental begleitet, sind wertvolle Bestandteile.

Für die Aufführung der Stücke hat die Buckner Uni natürlich ihre besten Interpreten aufgeboten: Eine engagierte Männerchorvereinigung und ein Posaunenensemble, die von Josef Sabaini mit besonderer Hingabe dirigierte Philharmonices Mundi und die Solisten Katrin Wundsam (Alt), Robert Holzer (Bass), Michael Nowak (Tenor), Philipp Sonntag (Orgel) und Thomas Kerbl (Klavier).

Die Oberbank als eifriger Veranstalter von Klassikkonzerten erklärt im booklet die Parallele zu Bruckner u. a. damit, dass im Gründungsjahr 1869 Bruckner seine „Nullte Sinfonie“ komponierte.