Antti Tuomainen: Palm Beach, Finland

Antti Tuomainen schreibt die wohl schrägsten Krimis unter der nordischen Sonne. Gemordet wird hier zwar auch, doch Gewalt spielt in den Romanen des 48-jährigen Finnen eher eine Nebenrolle. Tuomainens Spezialität sind die skurrilen Figuren, so auch im neuesten Streich „Palm Beach, Finland“. In diesem Buch löst eine aus dem Ruder gelaufene Missetat eine ungeahnte Kettenreaktion aus. Eine ganze Serie von Missverständnissen treibt die Handlung lustvoll an und hält den Leser bis zuletzt in Atem.

Ort der Handlung ist eine aufgetakelte Ferienanlage mit dem hochtrabenden Namen „Palm Beach“. Pastellfarbene Strandhütten, bunte Sonnenschirme und eine frischgepflasterte Promenade mit Plastikpalmen sorgen für das gewisse „Baywatch“-Feeling ebenso wie eine knackige Surflehrerin in hautengem Badeanzug und ein muskelbepackter Rettungsschwimmer. „Feinster weißer Sand, internationales Flair“ verspricht der Geschäftsführer Jorma Leivo: „It’s the hottest beach in Finland.“ Finnland — genau das ist leider das Problem. Kalter Wind, eisiges Wasser und sommerliche Temperaturen von 13 Grad erinnern die wenigen fröstelnden Badegäste jeden Tag daran, dass sie nicht in Florida sind. Doch davon lässt Leivo sich nicht aus der Fassung bringen.

Er träumt weiter. Und es gibt einen Toten. Von da an nimmt die Geschichte Fahrt auf. Ein Krimi voll finnischem Humor, abseits des Mainstreams.

Antti Tuomainen: „Palm Beach, Finland“, Rowohlt Verlag, 368 Seiten, 20,60 Euro

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