Apokalypse in Erding: Ringlstetter im Posthof

Hannes Ringlstetter
Hannes Ringlstetter © Susanne Schleyer

Kann riskant sein, nachzufragen. Wie’s gefällt? War schon einmal besser, sagte ein Charly aus dem Publikum. Wenig charmant, richtig benannt. Eine Hälfte lang mühte sich Hannes Ringlstetter am Samstag, machte den unguten Eindruck eines Rock ‘n’ Rollers, der sich in gutbürgerlichem Kabarett versucht. Sanft am vergänglichen Gebilde Familie rütteln oder den wilden Hund mit erotischen Hoppalas geben? Chipsfriedhöfe, die der Sohn im Bett hinterlässt, Männer um die fünfzig, die auf einmal den Segelschein machen. Schon witzig, aber die Szenarien fahrig aufbereitet und einige Pointen verschenkt.

Der Große Saal im Linzer Posthof rammelvoll, Ringlstetter gastierte mit neuem Programm „Aufgrund von Gründen“. Mit Karl Valentin im Rücken („Der Mensch is guad, de Leit’ san schlecht“) fand Ringlstetter seinen Rhythmus. Der gebürtige Münchner wähnt die „bayerische Apokalypse“ im Erdinger Thermalbad, wo nackte Männer an der Bar IM Heilwasser Bier saufen. Er lästert über Alles-online und Leute, die sich digital ihre Jobs absägen. Über Krimi-Flut im TV, wo Ringlstetter seit 2011 in „Hubert und Staller“ (mittlerweile „ohne“) mitspielt: In diesen Jahren wurden in Wolfratshausen mehr Menschen gemeuchelt als einst durch die Pest dahingerafft. Ein Loblied auf die, die beruflich helfen und dafür mies bezahlt werden. Als Rausschmeißer Carpendale’sche Schlagerseligkeit, „Du kannst von mir aus sofort gehn“. Damit endgültig die Herzen erobert, Riesenbeifall und wehmütiger Abschied. pia