Appell in OÖ: „Verzichten Sie auf gefährliche Sportarten“

Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander
Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander © APA/Fohringer

Angesichts von 1.891 Neuinfektionen am Freitag in Oberösterreich appelliert Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander (ÖVP) auf Risikosportarten und andere gefährliche Tätigkeiten, die im Spital enden könnten, zu verzichten, um die Krankenhäuser nicht weiter zu belasten. Die Situation sei sehr ernst und „‚sehr ernst‘ kann sehr schnell zu ‚sehr dramatisch‘ werden“.

Mittlerweile sind in Oberösterreich mehr als 15.000 Menschen Corona-positiv, fast 37.000 in Quarantäne. 982 Covid-19-Patienten werden aktuell in den Spitälern des Bundeslandes versorgt, davon 121 auf Intensivstationen.

„Verzichten Sie auf gefährliche Sportarten und andere gefährliche Tätigkeiten und halten wir uns gemeinsam an die Maßnahmen. Damit das Gesundheitssystem weiterhin wie gewohnt arbeiten kann“, appellierte Haberlander am Freitag an die Oberösterreicher. Jeder Unfall sei einer zu viel. „Schützen wir unsere Liebsten, indem wir die Spitäler vor einer Überlastung schützen.“

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) wies anlässlich des 50. Todesopfers in der Landeshauptstadt darauf hin, dass es mittlerweile dreimal so viele Corona-Tote wie im Frühling gegeben habe. Ähnlich ist das auch im Land: Oberösterreichweit sind mittlerweile 273 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben – 61 davon bis Anfang Juni, der Rest seit Ende Juli.

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Die Spitäler im Bundesland verschieben bereits seit einiger Zeit nicht unbedingt nötige Eingriffe, die Intensivkapazitäten von derzeit 150 Intensiv- und Beatmungsbetten für Corona-Patienten sollen kommende Woche wenn erforderlich auf 200 aufgestockt werden. Sie seien in Vorbereitung und werden bei Bedarf abgerufen bzw. wenn sie tatsächlich gebraucht werden, hieß es beim Krisenstab. Auch Ausweichquartiere sind in Planung bzw. in Vorbereitung.

Keinen Mangel gibt es vorerst offenbar bei den Tests: Man monitore den Nachschub an PCR-Test-Kits wöchentlich und derzeit habe man keinen Engpass, so der Krisenstab. Von den am Weltmarkt ebenfalls recht gefragten Antigentests sei eine erste, von der AGES bereitgestellte Tranche an Alten- und Pflegeheime verteilt worden. Lieferungen von größeren Bestellungen durch das Land Oberösterreich werden demnächst erwartet, 12.000 Stück seien bereits eingelangt, weitere sollen wöchentlich folgen. Die Antigentestung erfolge vor allem bei den niedergelassenen Ärzten, das funktioniere derzeit gut.

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