Arbeiterkammer fordert “Hilfspaket für Eltern” im Sommer

Laut einer für die Arbeiterkammer durchgeführten Studie des Ifes-Instituts (316 Befragte) führen die wochenlangen Schulschließungen bei Familien zu einem Engpass bei der Kinderbetreuung. Demnach rechnet ein Drittel mit höherem Bedarf, unter Eltern von Volksschülern sind es 38 Prozent. AK-Präsidentin Renate Anderl fordert als “Hilfspaket für Eltern” flächendeckende, beitragsfreie Ferienangebote.

20 Prozent der Eltern wissen laut der Umfrage noch nicht, wie sie den Bedarf decken sollen. Schon bisher habe es zu wenig leistbare Betreuungsangebote in den Sommerferien gegeben und die Großeltern müssten für die Betreuung in diesem Sommer ausfallen, betonte die AK am Freitag. Gleichzeitig hätten laut einer Studie des Sora-Instituts mehr als ein Viertel der Eltern durch die Coronakrise nicht mehr genug Urlaubstage für die Kinderbetreuung im Sommer.

Anderl fordert den Bund deshalb dazu auf, den Ausbau attraktiver Ferienangebote von Ländern und Gemeinden schnell und direkt zu unterstützten. Unterstützung für die Forderung nach mehr Ferienbetreuung kommt auch vom Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB). Angesichts massiver Arbeitslosigkeit könnten sich Eltern keine teuren Feriencamps leisten, betonte ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann. “Gleichzeitig brauchen Kinder im Sommer dringend Lernunterstützung, um eventuelle Defizite wieder aufzuholen.”

Der Dachverband der Elternvereine an den Pflichtschulen wiederholte indes seine Forderung nach einer Sommerschule, diese sei zusätzlich zu Betreuungsangeboten nötig. Konkret fordern die Elternvertreter kostenlose Aufholkurse für Sechs- bis 16-jährige an allen Schulstandorten von August bis Schulbeginn, “damit alle Schülerinnen und Schüler ohne Nachteile ins nächste Schuljahr starten können”.

Die Anmeldung zu diesen Summer Schools soll auch kurzfristig und tageweise möglich sein, für das von den Eltern geforderte Lernangebot von vier Stunden pro Tag sollen die Lehrer der jeweiligen Schule sorgen. Die Elternvertreter rechnen damit, dass ein solches Angebot von zehn bis 20 Prozent der Unter-16-Jährigen benötigt wird, weil bei ihnen der Heimunterricht nicht so gut funktioniert hat. Auch jene Kinder und Jugendlichen, die über längere Zeit keinen Kontakt zur Schule hatten, müssten über das Angebot informiert und betreut werden. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hat bereits Summer Schools für Schüler mit besonderen Defiziten in den letzten beiden Augustwochen angekündigt.

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