Arbeitslosigkeit sank im September um drei Prozent

Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist zwar zuletzt weiter gesunken, aber bei weitem nicht mehr so stark wie noch vor einem Jahr. Heuer im September verringerte sich die Zahl der Jobsuchenden um drei Prozent auf 334.464 Personen, im Vorjahresmonat hatte der Rückgang aber noch acht Prozent betragen, wie aus den aktuellen Daten des Arbeitsmarktservice (AMS) von Dienstag hervorgeht.

Den gedämpften Abbau der Arbeitslosigkeit bekommen vor allem die älteren Stellensuchenden zu spüren. Dort steigt die Zahl der Arbeitslosen. Im September stellte die Altersgruppe 50+ mit 95.157 Personen bereits fast ein Drittel aller Menschen ohne Job. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich die Zahl um 2,6 Prozent oder 2.422 Personen noch weiter erhöht.

Entgegen dem allgemeinen Trend zugenommen hat die Arbeitslosigkeit weiters bei Menschen mit Behinderung (plus 5,1 Prozent auf 14.115 Personen) sowie bei jenen mit sonstigen gesundheitlichen Einschränkungen. Bei Letzteren gab es einen Zuwachs von 4,7 Prozent auf 69.315 Personen.

Parallel dazu hat sich die – immer noch sehr starke – Jugendarbeitslosigkeit etwas entschärft. Die Zahl der Unter-25-Jährigen auf Jobsuche hat sich heuer im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,2 Prozent oder 4.272 Personen auf 54.839 spürbar verringert.

Insgesamt waren Ende September 272.098 Menschen beim AMS als arbeitslos vorgemerkt – das waren um 2,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Schulungsteilnehmer sank im Jahresabstand um 4,1 Prozent auf 62.366 Personen. Die Zahl der Beschäftigten sei um 0,7 Prozent oder 26.000 Personen gewachsen, so das Sozialministerium.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition verkleinerte sich im Jahresabstand um nur 0,2 Prozentpunkte auf 6,7 Prozent. Nach internationaler Erhebungsmethode gemäß EU-Statistikbehörde Eurostat betrug die Rate 4,5 Prozent (minus 0,4 Prozentpunkte). Die heimische Arbeitslosenquote der Jugendlichen nach internationaler Definition ist aber mit 9,9 Prozent immer noch sehr hoch.

Im September waren in Österreich 221.828 Inländer (minus 3,9 Prozent) auf Stellensuche und 112.636 Ausländer (minus 1,4 Prozent). Es waren etwa gleich viele Frauen (162.159) wie Männer (172.305) arbeitslos – das entsprach einem Rückgang von 2,4 bzw. 3,6 Prozent.

Am meisten entspannt hat sich die Situation am Arbeitsmarkt im vergangenen Monat in Salzburg (minus 7,6 Prozent auf 13.186 Jobsuchende), Tirol (minus 5,2 Prozent auf 15.259) und Wien (minus 3,8 Prozent auf 134.644).

Per Ende September waren beim AMS noch 82.440 offene Stellen zu besetzen – das waren um 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Ungleichgewicht am Lehrstellenmarkt setzt sich laut Sozialministerium fort. Den 8.014 Lehrstellensuchenden (ohne Schulungsteilnehmer) standen zuletzt 8.838 offene Stellen gegenüber. Doch in fast allen Bundesländern hat sich die Zahl der nicht besetzten Lehrstellen gegenüber dem September des Vorjahres erhöht – nur in Wien ging diese um 11,6 Prozent zurück.

In der Bundeshauptstadt übersteige die Nachfrage mit 7 Lehrstellensuchenden pro verfügbarem Platz das Angebot deutlich. In Oberösterreich seien indes viermal so viele Lehrstellen offen als Lehrstellensuchende gemeldet sind, in Salzburg und Tirol sind es dreimal so viele und in Vorarlberg doppelt so viele.

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