Argentinien bleibt im Sturzflug

Rating-Agenturen stufen Bonität weiter nach unten — Finanzminister nimmt den Hut

Enorme Staatsschulden und eine galoppierende Inflation sorgen in Argentinien für Krisenstimmung. Analysten lassen das Land aus Angst vor einem Staatsbankrott tief fallen.
Enorme Staatsschulden und eine galoppierende Inflation sorgen in Argentinien für Krisenstimmung. Analysten lassen das Land aus Angst vor einem Staatsbankrott tief fallen. © AFP/Mabromata

Nach dem politischen Erdbeben und dem Börsencrash in der Vorwoche, bleibt Argentinien im Sturzflug: Unter Hinweis auf einen drohenden Staatsbankrott haben die Ratingagenturen Standard & Poor´s und Fitch am Wochenende die Bonität des Landes abgesenkt — unterlegt mit der Erwartung, dass die Wirtschaftsleistung des Landes heuer nicht nur um 1,6 Prozent, sondern um 2,3 Prozent einbrechen werde.

Anleger auf der Flucht

Ausgelöst wurden die Turbulenzen durch die Vorwahl-Niederlage des amtierenden Präsidenten Mauricio Macri, womit viele Anleger eine Abkehr vom relativ wirtschaftsfreundlichen Sanierungskurs nach der nächsten Wahl verbinden. Unter diesen Vorzeichen hat am Samstag Argentiniens Finanzminister Nicolas Dujovne seinen Rücktritt erklärt. In einem Schreiben an den Präsidenten begründet er diesen Schritt mit der Notwendigkeit einer „maßgeblichen Erneuerung“ in der Regierung. Gleichzeitig beteuert Dujovne seinen Einsatz für das Land und für die Eindämmung der Staatsverschuldung. „Wir haben dabei zweifellos Fehler gemacht, aber alles Erdenkliche getan, um sie wieder zu korrigieren.“ Als Nachfolger des scheidenden Finanzministers wurde am Wochenende in Medien und Regierungskreisen der Wirtschaftsminister der Region Buenos Aires, Hernan Lacunza, gehandelt.

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