Argentiniens Notenbank-Chef tritt nach drei Monaten zurück

Mitten in der schweren Wirtschafts- und Währungskrise in Argentinien ist Notenbankchef Luis Caputo nach nur drei Monaten im Amt zurückgetreten. Der Ökonom gebe den Posten aus „persönlichen Gründen“ ab, hieß es in einer am Dienstag verbreiteten Erklärung. Er hoffe, dass die neue Vereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Vertrauen in das Land wieder herstelle.

In Medienberichten war zuletzt von wachsenden Spannungen zwischen Wirtschaftsminister Nicolas Dujovne und Caputo die Rede. Zum neuen Notenbankchef wurde der Ökonom und Vize-Wirtschaftsminister Guido Sandleris ernannt, der als rechte Hand Dujovnes gilt.

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Die Nachricht platzte mitten in die abschließenden Gespräche des wirtschaftlich angeschlagenen südamerikanischen Staates mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), von dem sich Argentinien eine Kreditlinie in Höhe von 50 Mrd. Dollar (42,47 Mrd. Euro) erhofft.

Die Wirtschaft ächzt unter hohen Zinsen. Zugleich hat der Peso zum Dollar in diesem Jahr bereits rund die Hälfte seines Wertes eingebüßt. Nach dem Bekanntwerden des Wechsels an der Notenbankspitze ging es mit der Landeswährung weiter bergab. Sie gab zu Handelsbeginn um 4,6 Prozent zum Dollar nach. Auch an der Börse reagierten die Investoren verunsichert. Der Leitindex Merval in Buenos Aires fiel um über zwei Prozent.

Caputo war vor seiner Zeit als Notenbankchef Finanzminister gewesen. Als Zentralbankchef war er einer der wichtigsten Figuren in der derzeitigen Währungskrise des Landes.