Ars Electronica mit 105.000 Besuchen in Linz angekommen

Das Ars Electronica Festival 2018 „Error – the Art of Imperfection“ hat mit 105.000 Besuchen eine neue Bestmarke erreicht. 614 einzelne Programmpunkte, 1.357 Präsentatoren, 174 verschiedene Führungen in 13 Sprachen mit 2.900 teilnehmenden Personen sind weitere Zahlen. Das Veranstalterteam betonte in der Bilanzpressekonferenz am Montag in Linz auch, dass man bei den Leuten angekommen sei.

„Wir sind das angesagteste, größte und wichtigste Event der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Gegenwart und Zukunft“, sagte Ars-Electronica-Direktor Gerfried Stocker. Dem Titel entsprechende Fehler habe es kaum gegeben, zumindest wisse er nicht davon. Seit das Medienkunstfestival in der PostCity, dem ehemaligen Postverteilzentrum am Hauptbahnhof stattfinde, „werden wir wahrgenommen in der Region“, verdeutlichte Festivalleiter Martin Honzik. „Wir haben auch gelernt, uns auf die unterschiedlichen Zielgruppen auszurichten“, sprach er den Spagat zwischen lokalem (Familien)Publikum und Fachgästen aus aller Welt an. Der Bauernmarkt und eine Feuerwehr-Challenge am Samstag, aber auch ein Aufruf an Betroffene, eine Technik für Schlaganfallpatienten auszuprobieren und die Große Konzertnacht hätten viele Besucher aus der Region angezogen. Das Abschlusskonzert mit Maki Namekawa und Dennis Russell Davies am Montagabend sei prädestiniert, noch einmal die Linzer in die PostCity zu locken.

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„Das Tolle ist, dass die Besucher helfen, unsere Gedanken weiterzutreiben, das Festival ist der Motor für das kommende Jahr“, betonte Futurelab-Chef Horst Hörtner die fruchtbaren Gespräche auf künstlerisch-wissenschaftlicher Ebene. Die AEC-Forschungseinrichtung präsentierte sich mit ihren autonomen Drohnen in der „Swarm Arena“ in Kooperation mit dem japanischen Telekommunikationsunternehmen NTT. Hörtner freute sich, den Leondinger Feuerwehrfahrzeughersteller Rosenbauer als Partner dazugewonnen zu haben, international gebe es etliche solche Kooperationen mit der Industrie.

Honzik beteuerte, dass das Festival ohne Hilfe nicht zu stemmen sei und hob die Müllentsorgung, die Stadtgärten, die Polizei und die Post hervor, die das Areal zur Verfügung stellt. Ob das Festival zu seinem 40. Jubiläum im kommenden Jahr wieder in die Post einziehen wird, sei noch ungewiss. „Wir hoffen es“, sagte Stocker. Die Location sei ein Schlüsselfaktor zum Erfolg und zum Wachstum der vergangenen Jahre gewesen. Aber das Festival sei es gewohnt, sich Orte zu erschließen, ein neuer Standort würde den Charakter des Festivals eben wieder ändern. Die EU habe der Ars Electronica zwar einen Kredit angeboten, schmunzelte Stocker, aber ein Kauf des Areals liege deutlich außerhalb des Budgets.

Kulturstadträtin und Aufsichtsratsvorsitzende der Ars Electronica Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP) betonte, dass die regionale Verankerung sehr wichtig sei. In der Wahrnehmung des einheimischen Publikums und bei Standortpartnerschaften „ist noch viel möglich“. Aber auch bei der Finanzierung sei noch Luft nach oben. „Wenn die Bundesregierung in Zeiten der Digitalisierung den Fokus auf diesen Bereich legt, sollte die Ars Electronica dabei sein“, kündigte sie diesbezüglich Gespräche an. Die Stadt unterstützt im kommenden Jahr die Erneuerung der Präsentation im Ars Electronica Center mit 1,5 Millionen Euro, ebenso viel bringt das Center selbst auf. Im Zuge des Festivals sei in Linz ein Hotelumsatz von 175.000 Euro aus dem Budget der Ars Electronica entstanden, also eine direkte Wertschöpfung, sprach Lang-Mayerhofer einen wirtschaftlichen Beitrag an.

Das Festivalprogramm selbst entspreche einem Wert von fünf Millionen Euro – ohne Umwegrentabilitäten -, rechnete der kaufmännische Geschäftsführer Diethard Schwarzmair vor, ein Viertel davon komme aus Förderungen, wovon 970.000 Euro die Stadt bringt, 100.000 das Land und 130.000 der Bund, den Rest stellt die Ars Electronica eigenständig mit Partnern und Sponsoren auf. Schwarzmair wickelt mit seinem Management-Services-Team Verträge und dergleichen für die 1.357 Akteure und Präsentatoren des Festivals ab. Insgesamt arbeiten knapp 200 Leute für die Ars Electronica, für das Festival kommen temporär 150 bis 160 Menschen dazu, erklärte er. Stocker betonte, dass es viel bringe, eine kontinuierliche Arbeitsbasis zu haben, mit dem gut ausgebauten internationalen Ausstellungsprogramm könnten die Leute ganzjährig beschäftigt werden.