Artensterben in den Seen

Viele werden Veränderungen durch Klimawandel nicht überleben

Der Klimawandel setzt vor allem den Arten in tropischen Seen zu, in den Alpen - im Bild der Hallstätter See - durchmischt sich das Wasser jährlich im Frühjahr und Herbst, die Arten sind weniger vom Klima abhängig.
Der Klimawandel setzt vor allem den Arten in tropischen Seen zu, in den Alpen - im Bild der Hallstätter See - durchmischt sich das Wasser jährlich im Frühjahr und Herbst, die Arten sind weniger vom Klima abhängig. © Mapics – stock.adobe.com

Die Klimaerwärmung führt zu tiefgreifenden Veränderungen in den Lebensräumen in Seen, berichtet ein internationales Forscherteam mit Beteiligung Innsbrucker Wissenschafter im Fachjournal „Nature Climate Change“, das Temperaturdaten von 139 Seen ausgewertet hat.

Demnach würden viele Arten aus ihrem ursprünglichen Lebensraum verdrängt, invasive flexible Arten könnten sich weiter ausbreiten und viele Arten werden die Veränderungen wohl nicht überleben.

Erst am Mittwoch hat eine in „Nature“ veröffentlichte Studie über die Entwicklung von Sauerstoffkonzentration und Temperatur von fast 400 Seen weltweit gezeigt, dass die Temperatur der oberflächennahen Wasserschichten im Schnitt um 0,38 Grad Celsius pro Jahrzehnt angestiegen und die Sauerstoffkonzentration seit 1980 um 5,5 Prozent gesunken ist.

Größte Verluste im Süßwasser

„Vergleicht man den Verlust der Biodiversität in marinen und terrestrischen Bereichen mit jenem von Lebensräumen in Seen, dann können wir feststellen, dass es in Süßwasser die größten Verluste geben wird“, erklärte Ruben Sommaruga vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck.

Spezien, die auf bestimmte Temperaturen oder etwa einen bestimmten Sauerstoffgehalt angewiesen sind, werden versuchen, in andere Tiefen und Regionen eines Sees zu wandern, um dort einen neuen Lebensraum zu finden. Ob sie sich dort ansiedeln können, bleibt offen. Schließlich gebe es dort bereits heimische Arten, „mit denen die Neuankömmlinge konkurrieren müssen“, so Sommaruga.

Besonders betroffen seien Habitate in tropischen Seen, wo es nur wenige Temperaturunterschiede gibt. Bei Seen in höheren Lagen würden dagegen die Temperaturen in den verschiedenen Schichten des Gewässers viel stärker variieren.

In den Alpen würden sich die Seen jährlich im Frühjahr und im Herbst komplett durchmischen, wodurch Arten andere Umweltbedingungen vorfänden, die nicht so stark vom Klimawandel abhängig seien.

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