Arzt wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Ein praktischer Arzt ist am Dienstag im Landesgericht Leoben in einer Neuauflage seines Prozesses wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen worden. Vom selben Vorwurf war er im Mai freigesprochen worden, die Anwältin des Opfers und die Staatsanwaltschaft hatten Rechtsmittel ergriffen. In der neuerlichen Verhandlung wurde er nicht rechtskräftig zu 8.400 Euro Geldstrafe verurteilt.

Dem obersteirischen Hausarzt war vorgeworfen worden, einen Patienten, der in seiner Ordination einen Herzinfarkt erlitten hatte, nicht ausreichend reanimiert zu haben. Der Patient fiel ins Koma und starb wenige Tage später. Laut Gerichtsgutachterin hätte der 57-Jährige auch bei ausreichender Behandlung nicht sicher überlebt. Der Fall liegt drei Jahre zurück.

Der Mediziner wurde zu 200 Tagsätzen zu 42 Euro verurteilt. Er hat das Urteil angenommen. Der Staatsanwalt gab laut Gerichtssprecherin Sabine Anzenberger keine Erklärung an, die Entscheidung ist damit nicht rechtskräftig. Die Anwältin des Opfers, Karin Prutsch, teilte mit, dass einige Ansprüche zivilrechtlicher Natur gegenüber den beiden Söhnen und der Witwe bereits anerkannt worden sind. Bezüglich der Söhne seien sie im Rahmen eines Vergleichs bereits endgültig bereinigt.

Wie ist Ihre Meinung?