Atemübungen bei Covid-19

Viele an Covid-19-Erkrankte leiden während und nach einer Infektion an einer eingeschränkten Lungenfunktion und den damit verbundenen Atemproblemen und Einschränkungen im Alltag. Um die Erholung der Lunge zu fördern, sind eine gute Lungenbelüftung, eine ruhige Atmung und ein Training der Atemmuskulatur wichtig.

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Spezielle Atemtechniken verbessern Rhythmus und Qualität des Ein- und Ausatmens und erleichtern die Atmung. Claudia Schramm, Physiotherapeutin am Klinikum Rohrbach, gibt Tipps für Atem- und Kreislaufübungen sowie Bewegung mit Maß und Ziel.

Meist führt die Erkrankung auch zu einer Entzündung in der Lunge, die eine Unterversorgung mit Sauerstoff bewirkt. „Patienten leiden unter Atemnot und können nicht tief genug Luft holen. Dabei geht es um ein zuvor unbekanntes Gefühl der Kurzatmigkeit ohne äußere Belastung“, erklärt Internistin Romana Palmanshofer.

Die Atemtherapie ist wichtiger Bestandteil auf dem Weg zur Genesung. Sie muss früh ansetzen, damit keine funktionellen Störungen zurückbleiben. „Je öfter man trainiert, desto besser und rascher erholen sich Lunge und Herz-Kreislauf-System. Covid-Patienten können so wieder leichter durchatmen, Schleim besser abhusten, Hustenattacken reduzieren und werden allgemein wieder belastbarer. Schon nach den ersten Tagen empfinden die meisten erste Erfolge. Allerdings ist es wesentlich, die Übungen täglich durchzuführen“, sagt Schramm.

Lagewechsel

Lagewechsel mehrmals am Tag für mindestens 30 Minuten sind sehr wichtig. Um die verschiedenen Bereiche der Lunge besser zu belüften und um die Atmung zu erleichtern, drehen Sie sich in eine stabile Seitenlage oder auf den Bauch. Sie können sich dabei Polster unter Brust und Bauch legen, um bequemer zu liegen. Das Umdrehen kann anstrengend sein, geben Sie sich deshalb Zeit und führen Sie die Atemübungen durch. Wenn es nicht zu anstrengend ist, setzen Sie sich immer wieder auf oder stehen und gehen Sie.

Atemübung – Atemwahrnehmung

Legen Sie Ihre Hände auf den Bauch und atmen Sie ruhig über die Nase ein und über den Mund wieder aus. Führen Sie diese Übung zehn Mal alle ein bis zwei Stunden durch. Sie können auch immer wieder versuchen, nach dem Einatmen die Luft für drei bis vier Sekunden anzuhalten – nach der Pause atmen Sie lange aus. Wenn Sie Schleim spüren, versuchen Sie, diesen abzuhauchen (mit der Silbe „haff“; stellen Sie sich vor, einen Spiegel anzuhauchen). Atmen Sie nur so tief ein, dass Sie keinen Hustenreiz bekommen.

Bewegungsübungen

Bewegen Sie stündlich die Vorfüße 20 Mal im Wechsel Richtung Nase und Bettende. Bewegen Sie auch Arme und Beine immer wieder. Beim Gehen in der Akutphase gilt: kürzere Strecken, dafür öfter und langsam steigern.

„Brechen Sie die Übungen ab, falls Sie eine übermäßige Anstrengung, sehr schnelle Atmung oder Reizhusten spüren. Achten Sie gut auf Ihre Atmung – es ist auffällig, dass an Covid-19-Erkrankte eine Überanstrengung nicht bemerken. Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich zu erholen, vor allem in der Akutphase ist es wichtig, eine Überanstrengung zu vermeiden. Achten Sie auch beim späteren Training auf Ihre Atmung“, rät die Physiotherapeutin.

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„Verschlechtert sich der Gesundheitszustand, tritt plötzlich Kurzatmigkeit auf, sollte umgehend der Hausarzt informiert werden. An Covid-19-Erkrankte können unter schwerem Sauerstoffmangel leiden, ohne es zu bemerken. Selbst lebensbedrohliche Werte lösen bei ihnen – zunächst – keine Atemnot aus. Sind Patienten nicht mehr in der Lage, die Stiegen eines Stockwerks hochzugehen, oder verschlechtert sich die Situation nach der Krankenhausentlassung wieder deutlich, sollte sofort der Rettungsdienst gerufen werden“, sagt Palmanshofer.

Eine Reha nach überstandener Infektion ist empfehlenswert, wenn Einschränkungen im Alltag – Atembeschwerden, Kraftverlust, Veränderung der Stimmung, Schlafstörungen – bleiben.

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