AUA-Staatsbeteiligung für Schramböck noch nicht vom Tisch

Für Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) ist eine staatliche Beteiligung an den Austrian Airlines (AUA) im Rahmen des geplanten Rettungspakets noch nicht vom Tisch. “Es sind im Moment noch alle Wege offen. Es ist noch nicht final unterschrieben”, sagte Schramböck am Dienstag. Man erwarte sich von der AUA-Mutter Lufthansa diverse Vorschläge zur Zukunft der AUA.

Der Beschluss über das Lufthansa-Rettungspaket in Deutschland könnte die Verhandlungen über ein Hilfspaket für die Lufthansa-Tochter AUA beschleunigen. Das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket für die von der Corona-Krise schwer angeschlagene Lufthansa wurde am Montag nach wochenlangem Tauziehen fixiert. Unter anderem übernimmt der deutsche Staat rund 20 Prozent der Lufthansa-Anteile und wird damit Miteigentümer der Fluglinie.

Bis wann eine Einigung beim AUA-Rettungspaket erzielt werden könnte, ließ die Wirtschaftsministerin offen. “Geschwindigkeit zulasten der Qualität” sei nicht das Ziel bei den Verhandlungen mit der AUA-Mutter Lufthansa. Man erwarte sich vom Lufthansa-Management “entsprechende Vorschläge”, unter anderem zu Arbeitsplätzen, Drehkreuz Wien, Langstreckenflüge und zur Flotte. “Die jetzigen Flieger sind in die Jahre gekommen”, sagte Schramböck.

Die gut 3.000 Mitarbeiter des AUA-Bodenpersonals tragen unterdessen den von Betriebsrat, Gewerkschaft und Vorstand ausverhandelten Sparbeitrag mit. 90,1 Prozent der Beschäftigten stimmen dem Sparpaket zu, 9,9 Prozent stimmten dagegen. 2.220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten sich an der Abstimmung beteiligt. Das entspricht einer Beteiligung von 73,2 Prozent, teilte die Gewerkschaft GPA-djp mit.

“Diese hohe Zustimmung zeigt, dass die Beschäftigten bereit sind, einen substantiellen Beitrag in Form von Gehaltsverzicht und Aussetzen der Gehaltsvalorisierung für die Zukunft des Unternehmens AUA zu leisten. Damit haben sie großes Verantwortungsbewusstsein gezeigt und dafür gebührt ihnen großer Dank”, erklärte der Betriebsratschef des Bodenpersonals, Rene Pfister, in der Aussendung am Dienstagnachmittag.

“Es ist zu hoffen, dass es nun gelingt, durch eine Staatshilfe mit entsprechenden Garantien, sowie Beiträgen der übrigen Partner, nicht nur den Weiterbestand der AUA zu sichern, sondern damit auch die wichtige Drehscheibenfunktion des Flughafen Wien für den Wirtschafts-, Kongress- und Tourismusstandort zu erhalten und auszubauen”, sagte GPA-djp-Bundesgeschäftsführer Karl Dürtscher.

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