Auch in der Trachtenstube herrscht totale Corona-Flaute

Ohne Feiern und Feste gibt es auch kein Geschäft

Auch Rita Netzberger (oben), Inhaberin von Rita's Trachtenstube am Freistädter Hauptplatz, hat die Corona-Krise kalt erwischt: Die Umsätze sind drastisch zurückgegangen. Alternative Produke wie der Mund-Nasen-Schutz im Blaudruck-Design sind zwar gefragt, bringen aber nicht wirklich viel in die Kasse. © Röbl

Kaum eine Branche, die nicht unter den Folgen des Coronavirus und den damit verbundenen Einschränkungen leiden müsste! Während die wirtschaftlichen Einbußen bei vielen Betrieben auf der Hand liegen, wird bei anderen der Schaden erst auf den zweiten Blick klar. Rita Netzberger ist so ein Fall.

Die Mühlviertlerin stellt in ihrer Trachtenstube am Freistädter Hauptplatz hochwertige Blaudruckdirndln und festliche Trachtenkleidung her. In normalen Zeiten wäre jetzt im Mai Hochsaison, doch was ist heuer schon normal? Selbst im Dirndl-Laden herrscht tote Hose, um es salopp zu formulieren.

„Das Geschäft ist völlig eingebrochen“, so die Unternehmerin. Der Grund liegt auf der Hand. Keine Hochzeiten, keine Feiern, keine festlichen Veranstaltungen – kein Wunder, dass den Leuten die Kauflust gründlich vergangen ist. Man müsse froh sein, wenn im Monat gerade einmal soviel wie normalerweise in einer Woche umgesetzt wird.

Beschäftigt die Unternehmerin in normalen Zeiten zwei bis drei Mitarbeiterinnen, so steht sie mittlerweile alleine im – meist leeren – Geschäft. Einer Mitarbeiterin wurde gekündigt, die andere in Kurzarbeit geschickt. Dazu kommt: Die Stoffe, die schon im Vorjahr bestellt wurden, werden jetzt geliefert. Mangels Aufträgen können sie aber nicht verarbeitet werden, bezahlt müssen sie aber trotzdem werden.

„Ich bin Unternehmerin geworden, nicht weil man damit so viel verdienen würde, sondern weil mir die Arbeit Freude macht. Doch die Freude ist mir mittlerweile etwas vergangen“, so Netzberger.

Aufgeben wird sie dennoch nicht. Dazu ist sie zu sehr Kämpferin. Werden halt die Ersparnisse dran glauben müssen. Sprich: Mit dem Urlaub oder der seit langem geplanten Küche wird es heuer nichts werden.

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