Auch Mutko unterstützt startwillige russische Athleten

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Nach Präsident Wladimir Putin hat auch der mächtigste Sport-Funktionär Russlands, Witali Mutko, seine Unterstützung für russische Sportler, die an den Olympischen Spielen in Pyeongchang teilnehmen wollen, versichert. Nach dem Ausschluss des russischen NOK für die Winterspiele im Februar sowie der lebenslangen Sperre für Mutko dürfen saubere, russische Sportler unter IOC-Flagge antreten.

„Für uns haben die Interessen der Athleten immer Priorität“, zitierte die Agentur TASS den Vize-Regierungschef Mutko. „An den Olympischen Spielen teilzunehmen, ist ein Recht der Athleten. Das werden wir respektieren und werden das auch voll unterstützen“, so Mutko.

Mutko äußerte sich als Cheforganisator der Fußball-WM 2018 doch noch zu seiner lebenslangen Olympia-Sperre. Er schließt einen Rücktritt aus: „Mögen andere Leute zurücktreten, aber ich bleibe bei den Sportlern“, sagte Mutko am Donnerstag in Moskau in einer ersten Reaktion auf die IOC-Entscheidung.

Die lebenslange Sperre ändere nichts, sagte Mutko der Agentur Tass zufolge. „Ich war auch schon 2016 nicht zugelassen.“ Damals fanden die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro statt. Der Sportmultifunktionär steht als Hauptverantwortlicher für die Fußball-WM in Russland im kommenden Jahr erneut im Rampenlicht. Der Fußball-Weltverband FIFA hatte erklärt, er halte an Mutko fest. Der IOC-Entscheid habe keine Auswirkungen auf die Weltmeisterschaft.

Die russischen Behörden hatten die Vorwürfe des systematischen, vom Staat unterstützten Dopings vehement zurückgewiesen und volle Kooperation mit internationalen Sport-Behörden zugesagt. In den Wochen vor der Entscheidung am vergangenen Dienstag sind über 20 russische Athleten, die 2014 in Sotschi am Start waren, wegen angeblicher Verletzung der Anti-Doping-Regeln lebenslang gesperrt worden.

Für den russischen Premierminister Dmitri Medwedew ist die IOC-Entscheidung politisch motiviert. „Die Entscheidung wurde im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in unserem Land getroffen, um eine gewisse Stimmung in unserer Gesellschaft zu erzeugen“, ist sich Medwedew sicher. Man verstehe im Ausland sehr gut, wie wichtig der Sport im Land sei. „Für Millionen Menschen war diese Entscheidung ein schwerer Schlag.“