Auch Riad beschuldigt Teheran

Kronprinz Mohammed bin Salman: Der Iran steckt hinter den Angriffen auf die Tanker

Mohammed bin Salman sagte, Saudi-Arabien werde nicht zögern, gegen „jedwede Bedrohung unseres Volks“ vorzugehen.
Mohammed bin Salman sagte, Saudi-Arabien werde nicht zögern, gegen „jedwede Bedrohung unseres Volks“ vorzugehen. © AFP/Aldandani

Nach den USA und Großbritannien hat nun auch Saudi-Arabien den Iran öffentlich beschuldigt, hinter den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman zu stecken. Kronprinz Mohammed bin Salman betonte gestern zugleich, dass sein Land „nicht zögern“ werde, sein Volk und seine „zentralen Interessen“ zu verteidigen.

Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz sagte der Zeitung „Ashark al-Awsat“, der Iran habe ausgerechnet während der Bemühungen von Japans Regierungschef Shinzo Abe, in dem Streit zwischen Teheran und Washington zu vermitteln, die zwei Tanker angegriffen. Saudi-Arabien wolle „keinen Krieg in der Region“, werde aber „nicht zögern“, gegen „jedwede Bedrohung unseres Volks, unserer Souveränität, unserer territorialen Unversehrtheit und unserer zentralen Interessen“ vorzugehen.

Iran beschuldigt USA

Irans Parlamentspräsident Larijani präsentierte derweilen in Teheran in einer Rede vor dem Parlament einen anderen Schuldigen und deutete Richtung Washington. „Es scheint, dass die verdächtigen Handlungen auf den Tankern im Golf von Oman die Wirtschaftssanktionen (der USA gegen den Iran) vervollständigen, denn sie (die USA) haben keinerlei Resultate mit diesen Sanktionen erzielt.“

Diplomatisches Geplänkel gab es, ob der britische Botschafter Rob Macaire von Teheran ins hiesige Außenministerin zitiert wurde oder nicht. Teheran sagt „Ja“, Macaire twitterte, es habe auf seine Bitte hin ein „dringendes Treffen“ stattgefunden. Besorgt zeigte sich Papst Franziskus, der forderte „die Mittel der Diplomatie zu nutzen, um die komplexen Probleme im Mittleren Osten zu lösen“. Der britische Außenminister Jeremy Hunt mahnte, das Risiko, dass der Konflikt eskaliere, sei groß.

Unterdessen legte der am Donnerstag beschädigte Gastanker „Kokuka Courageous“ in Shardsha in den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Auch die „Front Altair“ wurde aus iranischen Hoheitsgewässern geschleppt.

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