Auch Schwammerlsucher hoffen auf Ende der Trockenzeit

Vor allem im Großraum Linz ist Situation momentan katastrophal — Experte Otto Stoik wagt aber noch keine Prognose für das heurige Jahr

Von so einem Fund träumt jeder Pilzsammler. © Printemps - stock.adobe.com

Nicht nur die Landwirtschaft leidet unter den Folgen der extremen Trockenheit im Frühling. Auch Pilzsammler hoffen, dass der prognostizierte Regen für diese Woche ordentlich ausfällt, damit sich das schwer in Mitleidenschaft gezogene Pilzmyzel wieder erholen kann.

Vor allem im Großraum Linz ist laut Otto Stoik, Leiter der Mykologischen Arbeitsgemeinschaft am Biologiezentrum Linz, die Situation katastrophal. „Und auch in den Augebieten um Alkoven schaut es derzeit schlecht aus“, sagt der Experte im VOLKSBLATT-Gespräch.

Es gibt aber auch einige positive Ausnahmen: Im Raum Pettenbach und Molln etwa sei zuletzt einiges an Regen zusammengekommen – eine gute Voraussetzung für die aktuelle „Morchelzeit“. Für das Gesamtjahr ist laut Stoik aber noch keine Prognose möglich. So sei es 2019 zwar ebenfalls sehr trocken gewesen, die Monate August bis Oktober hätten sich aber aus Sicht der Liebhaber dieser Schmankerl doch noch gut entwickelt.

Sollten die Feuchtigkeit und die Temperatur passen, ist für Juni mit der ersten Welle an Steinpilzen zu rechnen. Die beliebten Eierschwammerl warten dann ab Ende Juli bis in den Herbst hinein auf Sammler.

Interesse an Sammeln von Pilzen steigt

Generell ortet der Pilzexperte eine steigende Sammelleidenschaft in Oberösterreich. „Es melden sich immer mehr Interessenten zu unseren Pilzwanderungen an, die jeweils zur Monatsmitte stattfinden. Auch die Weiterbildungsveranstaltungen von Ende Juli bis Mitte Oktober verzeichnen eine steigende Nachfrage“, sagt Stoik. Ob die Termine heuer halten, könne man wegen der Corona-Epidemie jedoch noch nicht sagen.

Der Leiter der Mykologischen Arbeitsgemeinschaft rät in diesem Zusammenhang von der Verwendung von Apps ab. Diese seien nur für Personen geeignet, die sich bei Pilzen auskennen. Für Laien seien die elektronischen Helfer sogar gefährlich, weil sie viel zu ungenau sind. Stoik rät daher zu einem guten Pilzbuch, mit dem man die etwa 30 giftigen Exemplare aus den bis zu 6000 verschiedenen Sorten exakt herausfiltern kann. Im Zweifelsfall sollte man sich an das Biologiezentrum oder an die Speisepilzberatungsstelle des Magistrats Linz wenden.

Im vergangenen Jahr wurde das Biologiezentrum von der Vergiftungszentrale in Wien nur fünf Mal kontaktiert, weil sich ein Exemplar als gefährlich herausgestellt hat. Ein Verdacht bei einem Kleinkind hat sich laut Stoik als falscher Alarm herausgestellt.

Wie ist Ihre Meinung?