Auf dem Sprung in die USA

Leondinger IT-Sicherheitsfirma Blue Shield wächst kräftig und wird internationaler

Blue Shield-Geschäftsführer Alois Kobler
Blue Shield-Geschäftsführer Alois Kobler © Blue Shield

In Österreich entwickelt sich langsam ein Bewusstsein in Richtung IT-Sicherheit, ist Alois Kobler, Geschäftsführer der IT-Sicherheitsfirma Blue Shield Technology, überzeugt. Aufholbereich gebe es allerdings noch im KMU-Segment. Gründe hierfür seien das mancherorts noch mangelnde Sicherheitsbewusstsein – „meine Daten interessieren eh niemanden“ – als auch die fehlenden Ressourcen.

Dabei, so Kobler, interessieren die Daten meistens eh nicht, „die Hacker wollen damit Geld verdienen“, sagt er im VOLKSBLATT-Gespräch. Aktuell drängt die Leondinger Firma auf den US-amerikanischen Markt. Mit Hilfe eines Vertriebspartners in Florida soll die Software nun dort ausgerollt werden. Ansonsten will sich das Unternehmen auf das Geschäft im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) fokussieren.

Die Sicherheitslösung von Blue Shield ist dabei selbstlernend, passt sich daher an unterschiedliche Bedrohungsszenarien an und blockiert in Echtzeit diese beim Eindringen in die lokalen Firmennetzwerke. Als Geschäftsmodell dient dabei „Software as a service“, was regelmäßig, laufende Einnahmen generiert und eine Planungssicherheit ermöglicht. Die Hacker, die Kobler auch als „böse Buben“ tituliert, sitzen überall auf der Welt. „Das ist mittlerweile ein enormer Schattenwirtschaftszweig geworden und wir legen den bösen Buben das Handwerk“. Allerdings: Um ein Unternehmen auch wirksam schützen zu können sei es aber auch unabdingbar zu wissen, wie man ein Unternehmen hackt. Zudem sei es unabdingbar, technisch am Puls der Zeit zu bleiben, „deshalb investieren wir jährlich zwischen 60 und 70 Prozent unseres Umsatzes in Forschung und Entwicklung“, sagt Kobler.

Umsatzwachstum

Ein Herzensanliegen hat der 32-jährige gebürtige Oeppinger (Bezirk Rohrbach) aber auch. Europa müsse es „endlich wieder“ schaffen, in der Informationstechnologie die Technologieführerschaft zu erlangen. „Die haben wir schon vor langer Zeit an die USA verloren und die Abhängigkeit von den USA in dem Bereich kann ganz schnell zum Problem werden“, sagt Kobler. Da helfe nur der konsequente Fokus auf Forschung und Entwicklung.

Blue Shield wird heuer laut Kobler einen Jahresumsatz von sieben Millionen Euro erwirtschaften; 2018 waren es 4,2 Millionen Euro. Das Ergebnis wird auch dieses Jahr laut Kobler wieder positiv sein. Kunden des knapp 30 Mitarbeiter zählenden Unternehmens sind unter anderem die Vinzenz Gruppe, die JKU, Banner Batterien, die Westbahn oder auch der Lebensmittelkonzern Spitz. Blue Shield steht nicht zum Verkauf, „obwohl wir schon einige Angebote hatten. Aber daran haben wir kein Interesse“, sagt Kobler.

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