Auf der Suche nach den Wurzeln

Verbund Oberösterreichischer Museen bietet Plattform für Heimat- und Hobbyforscher

2011 im Schlossmuseum in Linz zu sehen: „Schande, Folter, Hinrichtung. Rechtsprechung und Strafvollzug in Oberösterreich“
2011 im Schlossmuseum in Linz zu sehen: „Schande, Folter, Hinrichtung. Rechtsprechung und Strafvollzug in Oberösterreich“ © OÖ. Landesmuseum/Grilnberger

Der Weg zur eigenen Geschichte kann ein verworrener sein, und er kann in unterschiedlichster Form begonnen werden. „Meistens fängt man bei der Familie an und kommt dann an andere Orte.“

Wenn auch nicht mit der Mobilität der Menschen heute vergleichbar, hat es auch früher die Menschen in neue Gemeinden gezogen, Heirat, Arbeit … Und so schnell wird aus der Ahnenforschung eine Heimatforschung und ein Forschen in der Geschichte eines Landes oder Bundeslandes.

Elisabeth Kreuzwieser ist wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Verbund Oberösterreichischer Museen und insbesondere auch für die Plattform ooegeschichte.at zuständig. Der Verbund Oberösterreichischer Museen hat an die 250 Mitglieder, erfasst sind rund 300 Museen. „Exakt 299 Museen, das sind jene, von denen wir wissen“, sagt Kreuzwieser und ist sich sicher, dass es in Oberöstereich noch einige mehr kleine und kleinster Museen gibt.

Von der Römerzeit bis Stefan Fadinger

Auf der Geschichts-Plattform, die sich im Internet an „interessierte Laien“ wendet, wird Heimatforschung groß geschrieben. Neben einer Datenbank von Heimatforschern mit deren jeweiligen Schwerpunkten findet sich auf der Homepage auch eine Liste relevanter landeskundlicher Literatur: Bücher, Artikel etc. und wo man diese bei Interesse finden kann. Diese Bibliografie kann jedem Einzelnen helfen, der auf der Suche nach seinen Wurzeln ist. Mehr als 100.000 Titel sind darin erfasst und jeder kann diese Datenbank kostenlos nutzen. „Wir wollen genau dieses Wissen über Oberösterreich zugänglich machen“, sagt Kreuzwieser.

Darüber hinaus bietet das Forum oö. Geschichte aber auch einen guten Überblick über die historischen Epochen im Land — hier wird laufend hinzugefügt und langfristig auch eine neue Struktur eingeführt. „Wir wollen die Plattform auch auf neue Beine stellen.“ Das sei vorerst verschoben, aber nicht aufgehoben, wie Kreuzwieser versichert.

Gerade jetzt bietet ooegeschichte.at nicht nur vielerlei Anknüpfungspunkte für eigene Forschungen, genauere Beschäftigung mit regionalen Phänomenen wie etwa Stefan Fadinger oder Oberösterreich unter römischer Herrschaft.

Rund 60 Ausstellungen sind bereits dokumentiert

Ein weiteres Angebot auf der Seite stellt gerade in Zeiten geschlossener Museen eine willkommene Möglichkeit dar, oberösterreichischer Geschichte von kreativen und spannenden Blickwinkeln aus nahe zu kommen. Rund 60 Ausstellungen der vergangenen Jahre wurden für das Forum bereits dokumentiert und in digitaler Form auf die Homepage gestellt. Darunter finden sich etwa Ausstellungen des Mühlviertler Schlossmuseums in Freistadt wie „Galanterie- und Gemischtwaren. Der Handel in Freistadt“, die Schau des Stadtmuseums Wels zu Maximilian I. oder „Hitlerbauten in Linz“, eine Ausstellung, die im Nordico in Linz zu sehen war. Auch die Landesausstellung „Mensch & Pferd“ist online vertreten.

Saaltexte, Ausstellungsansichten und Objektfotografien lassen vergangene Schauen wieder aufleben, geben die Möglichkeit, sie noch einmal zu sehen oder das bereits Gesehene zu vertiefen. Auch für Schulen sei dies ein gerne angenommenes Angebot, Geschichtsunterricht anschaulicher zu machen, betont Kreuzwieser. Doch auch andere Museen, die Ausstellungen zu ähnlichen Themen planen, melden sich beim Verbund Oö. Museen, um Leihgaben anderer Häuser zu bekommen u.ä., berichtet Kreuzwieser.

Dass historische Themen keinenfalls im Gestern stecken bleiben, zeigt eine ganz aktuelle Aktion der Plattform. Via Sozialer Medien (Facebook und Instagram) werden Museen in ganz Oberösterreich vor den Vorhang geholt, ganz nach dem Motto „Jeden Tag ein Museum“.

Von Mariella Moshammer

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