„Auf Fixplätzen nicht ausruhen“

Elisabeth Reisinger über Verletzungen, Ziele, Druck und die Herausforderung Weltcup

Mit Elisabeth Reisinger (23) sind auch Oberösterreichs Damen wieder fix im Ski-Weltcup vertreten. Die Athletin der SU Böhmerwald hat sich mir ihren Europacup-Siegen (Gesamt, Abfahrt und Super-G) Fix-Tickets gesichert. Für die Speed-Spezialistin geht es an diesem Wochenende (6./7./8. Dezember) in Lake Louise los.

Also dort, wo sie vor exakt vier Jahren ihr Weltcup-Debüt mit Rang 43 in der Abfahrt gefeiert hat. Insgesamt wird dies aber erst ihr achter Start auf höchstem Niveau, denn zwei schwere Verletzungen (Kreuzbandriss, offener Schien- und Wadenbeinbruch) hatten sie zurückgeworfen. In die Weltcup-Punkte schaffte es Reisinger bisher erst zweimal, das soll sich in diesem Winter aber ändern.

VOLKSBLATT: Hadern Sie damit, dass Sie diese beiden Verletzungen viel Zeit und viele Rennen gekostet haben?

ELISABETH REISINGER: Sie haben mich sicher ein bisschen zurückgeworfen, aber ich bin dadurch auch gereift, spüre meinen Körper besser und treffe im Training selbst Entscheidungen, wieviel oder was ich mache.

Nach dem Rücktritt von Eveline Rohregger sind sie die erste Oberösterreicherin im Weltcup-Zirkus. Ein zusätzlicher Druck?

Nein. Ich bin stolz, dass ich Oberösterreich vertreten kann, dass ich die Oberösterreicher auch wieder ein wenig ins Licht rücken kann. Ich mache mir aber keinen zusätzlichen Druck, sondern ich glaube, dass es an mir liegt, dass ich das gut meistere. Ich möchte es so angehen wie in den letzten Jahren.

Welche Disziplinen werden Sie bestreiten?

Ich konzentrierte mich zunächst auf Abfahrt und Super-G sowie die Kombination. Ich darf mich auf meinen Fixplätzen nicht ausruhen. Ziel ist, so wie etwa Ramona Siebenhofer, mehr als 500 Punkte zu erreichen, damit ich künftig auch in den technischen Disziplinen eine gute Startnummer bekomme. Ich bin fit, gut vorbereitet und freue mich auf den Start, wir waren seit August oft auf Schnee. Ich bin richtig froh, dass es losgeht.

Wo liegt der Unterschied zwischen Europa- und Weltcup?

Ich kenne einige Strecken, aber es wartet auch viel Neuland auf mich. Neben neuen Strecken auch eine andere Kurssetzung, weitere Sprünge und größere Konkurrenz. Die Saison wird sicher durch den Aufstieg in eine neue Liga sehr spannend.

Wie ist die Stimmung im Damen-Speed-Team?

In unserer Trainingsgruppe helfen alle zusammen. Ich kann von der Schmidi (Nicole Schmidhofer/Anm.) viel lernen, wenn ich was brauche. Sie ist mein erster Ansprechpartner, sie hilft mir weiter, da gibt es keine Konkurrenz. Ich verstehe mich mit ihr sehr gut und sie hat mir schon einige Tipps gegeben.

Platzierungsmäßig, wo soll es hingehen?

Ich nehme mir viel vor, will mit der Startnummer in Abfahrt und Super-G unter die Top 30 reinrutschen, da muss ich mich an den Top 20 orientieren.

Womit wären Sie aus jetziger Sicht am Saisonende zufrieden?

Wenn ich verletzungsfrei bleibe, meine Ziele erreiche und nicht nur eine Saison im Weltcup fahren, sondern längere Zeit dabei und auch erfolgreich sein kann.

Mit Europacup-Siegerin und Weltcup-Starterin ELISABETH REISINGER
sprach Roland Korntner

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