Auf LASK wartet der nächste Kulturschock

Trainer Oliver Glasner sah „Top-Leistung“ in Istanbul — In der Südstadt geht es am Sonntag um den ersten Saisonsieg in der Liga

Von Istanbul nach Maria Enzersdorf. Vom Vodafone Park in die Südstadt. Von 34.000 fanatischen Zuschauern und einer atemberaubenden Europacup-Atmosphäre ins beschauliche Niederösterreich, wo ein paar Hundert Admiraner mit Trompeten die Akteure auf dem Rasen daran erinnern, dass es in der Bundesliga um Punkte geht.

Nachdem der LASK schon beim 0:1 gegen Besiktas in eine andere Fußball-Welt eintauchte, könnte der Kulturschock, der am Sonntag (17) bei der Admira wartet, kaum größer sein. „Das ist etwas ganz anderes“, weiß Kapitän Gernot Trauner. „Da müssen wir uns selbst pushen, in Istanbul ist das fast von alleine gegangen.“

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Nicht nur deshalb kündigte Trainer Oliver Glasner bereits an, möglicherweise dem einen oder anderen Spieler eine Pause zu geben. „Das entscheide ich aber erst am Samstag“, so der Innviertler. Auch die körperliche Belastung war groß, zumal die Athletiker in Istanbul, wo sie sich mehr als teuer verkauften, phasenweise enormes Tempo gingen, hoch pressten. „Die Spieler waren richtig k.o., sie haben unglaublich viel investiert“, sagte Glasner. „Bis Samstag müssen wir schauen, wer halbwegs bei Kräften ist. Aber wir werden auch in der Südstadt versuchen, zu gewinnen, das ist das, was uns auszeichnet.“

In jedem Fall haben die Linzer von den drei österreichischen Klubs in der Europa-League-Quali am Donnerstag den besten Eindruck hinterlassen. Selbst vom frühen Gegentor ließen sich die Oberösterreicher nicht unterkriegen, spielten mutig drauf los und fanden sogar Chancen vor.

Diesen Charakter gibt es selten am Transfermarkt

„Es war eine Top-Leistung, ich bin sehr, sehr stolz“, so Glasner, der vor allem (einmal mehr) den Charakter der Mannschaft hervorhob: „Wir haben einen tollen Willen, glauben immer daran, fighten bis zum Schluss. Das kannst du nicht so einfach am Transfermarkt kaufen.“

Der Glaube an die Sensation, den Aufstieg ins Play-off (wo wohl Partizan Belgrad warten würde) lebt daher. „Wir werden alles daran setzen, Besiktas im Rückspiel vielleicht rauszuwerfen“, versprach Glasner. Ein volles Haus ist sicher — der nächste Kulturschock zum Sonntag.

cg