Aufsteirern 2019 – Neuer Rekord mit rund 130.000 Besuchern

Strahlend blauer Himmel und jede Menge Tracht: Beim 18. Aufsteirern in Graz war am Sonntag alles serviert für ein wahres Volksfest. Bei den Besuchern wurde mit rund 130.000 ein neuer Rekord aufgestellt, so Organisator Markus Lientscher. Die meisten kamen in Lederhose und kariertem Hemd oder im Dirndl, nicht nur um das Brauchtum zu pflegen, sondern für gute Tropfen und zünftige Jausen.

Ein Rundgang, angefangen in der Schmiedgasse, versetzte Besucher auf den laut Veranstalter “größten Dorfplatz Österreichs”. Eine Volkstanzgruppe zeigte vor, wie man einen richtigen “Boarischen” tanzt – neben unzähligen Ständen mit allerlei traditioneller Kost in der Stubenberggasse: Spagatkrapfen, Buchteln und Riesekrapfen durften dort nicht fehlen. Weiter ging es zu den Korbflechtern und Künstlern, die ihren handgefertigten Schmuck anboten.

Für die Kleinsten wurden in der Kindermeile allerlei Stationen aufgebaut – vom Alpaka-Gehege bis zum Basteln mit lufttrocknender Modelliermasse war alles dabei. Nicht nur die Kinder hatten Freude daran, Buchstaben und Tiere zu formen und zu kneten, sondern auch die Erwachsenen machten gerne mit – auch wenn so mancher dem steirischen Dialekt wohl so gar nicht folgen konnte, denn unter den Gästen waren 2019 auch auffallend viele Gäste auch aus dem Ausland – etwa aus Fernost.

Angekommen in der Herrengasse, reihten sich Schilchersturm, Lodentaschen und Hutmacher aneinander. Trotz des Andrangs teilten sich die “Buam” und “Madl” gut in den Gassen und auf den Plätzen auf. Das Fest war zu Mittag ohne großes Gedränge zum Genießen. Eine betagte Frau fertigte am Spinnrad Wolle unter den interessierten Blicken der Besucher. Im Landhaushof wurden die Gäste mit Buschenschank-Spezialitäten verköstigt. Zurück in der Schmiedgasse schlenderten die Menschen an Lebkuchherzen vorbei und lauschten den Volksmusikgruppen, die das “Hiatamadl” von Hubert von Goisern und den Alpinkatzen mit der “Quetschn” zum Besten gaben.

Im Innenhof der Grazer Wechselseitigen lud der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und das Organisationsteam zum “Aufsteirern VIP-Empfang”: Schützenhöfer holte den steirischen FPÖ-Chef Mario Kunasek, Grünen-Spitzenkandidatin Sandra Krautwaschl und Landesrat Anton Lang – er war anstelle von LHStv. Michael Schickhofer gekommen – auf die Bühne. Wahlkampf spiele bei diesem Fest keine so große Rolle, meinte Kunasek.

Etwas ungewöhnlich waren jedenfalls die Abwesenheiten so mancher Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl: Weder Sebastian Kurz (ÖVP) noch Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) nutzten die Menschenmenge für Wahlkampfauftritte. Nicht einmal Norbert Hofer oder Herbert Kickl von der FPÖ mischten sich am Sonntag medienwirksam unter das Volk und das obwohl sie erst am Tag davor in Graz ihren Parteitag hatten. Peter Pilz von der Liste Jetzt dagegen warb in der Stempfergasse um Stimmen. Beim Empfang mit dabei waren die ÖVP-Delegationsleiterin im Europaparlament Karoline Edtstadler sowie der Grünen-Spitzenkandidat Werner Kogler und Jörg Leichtfried (SPÖ).

Ebenfalls gesehen wurden der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP), sein Vize Mario Eustacchio (FPÖ), die Landesräte Christopher Drexler und Barbara Eibinger-Miedl (beide ÖVP), die Klubobmänner Hannes Schwarz (SPÖ) und Stefan Hermann (FPÖ) sowie Klubobfrau Barbara Riener (ÖVP), die Grazer Stadträtin Judith Schwentner (Grünen) und die Stadträte Günter Riegler und Kurt Hohensinner (beide ÖVP), der Industrielle Franz Mayr-Melnhof-Saurau, Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk, Landwirtschaftskammerpräsident Franz Titschenbacher, Energie Steiermark-Vorstand Christian Purrer, ORF-Kommentator Armin Assinger, Steiermark Tourismus-Chef Erich Neuhold, der frühere BZÖ-Politiker Gerald Grosz, ORF Steiermark-Landesdirektor Gerhard Koch und Bischofsvikar Heinrich Schnuderl.

Zum 18. Aufsteirern ist übrigens auch ein Buch, aufgelegt von der “Kronen Zeitung”, erschienen. Darin wird die Geschichte des Festes in Text und vor allem auf Fotos nachgezeichnet. Außerdem sind Beiträge von Gastschreibern wie Dietrich Mateschitz, Valerie Fritsch und Lena Hoschek zu lesen. Das Buch wurde bereits Donnerstagabend bei der ersten “Weiß-Grünen Nacht”, dem neuen Auftakt zum Aufsteirern, präsentiert. Neu war diesmal am Sonntagvormittag auch der Einzug von diversen Gruppen und Musikanten in die Herrengasse.

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