Aufstieg soll nach der Krise intensiviert werden

Mit Experten-Hilfe fünf Thesen für Erfolg im internationalen Wettbewerb formuliert

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, Landeshauptmann Thomas Stelzer und Univ.-Prof. Teodoro D. Cocca geben den Weg in die wirtschaftliche Zukunft vor.
Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, Landeshauptmann Thomas Stelzer und Univ.-Prof. Teodoro D. Cocca geben den Weg in die wirtschaftliche Zukunft vor. © Land OÖ/Greindl

Auch wenn die gesundheitskritische Pandemie noch nicht vorbei ist, hat die heimische Wirtschaft schon längst wieder ordentlich an Stärke gewonnen.

Die Arbeitslosigkeit ist bereits wieder fast auf Vorkrisenniveau gesunken, vor allem Oberösterreich ist gut durch die schwersten Zeiten der Pandemie gekommen.

Gestärkt aus der Krise

„Wir sind stärker aus der Krise gekommen, als von vielen gedacht. Nun ist aber auch der richtige Zeitpunkt, das nachhaltig zu sichern. Wir wollen uns als internationaler Standort mit den besten messen“, betonte LH Thomas Stelzer. Einen wichtigen Input dafür sollen Ratschläge des Linzer Wirtschaftsexperten Teodoro Cocca liefern.

„Wir haben Professor Cocca beauftragt, auf der Basis einer Analyse der Auswirkungen der Corona-Krise konkrete Handlungsempfehlungen für die zukünftige Standortstrategie des Bundeslandes Oberösterreich abzuleiten“, so Stelzer.

„Wir haben erstmals wieder unter 30.000 Arbeitlose“, betonte auch Landesrat Markus Achleitner, dass man die positive Entwicklung nach den Lockdowns weiter fortsetzen will.

Fünf zentrale Punkte

Laut der von Professor Cocca verfassten Studie könne Oberösterreich auch gegenüber europäischen Top-Industrieregionen seine relative Wettbewerbsposition mit dem kommenden Aufschwung halten oder sogar verbessern. Als Ergebnis seiner Analyse formulierte Cocca fünf zentrale Punkte, die Oberösterreich für eine positive Zukunft beachten müsse.

So warnte er vor einem verschärften internationalem Wettbewerb. „Europäische Top-20-Regionen halten – trotz oder gerade wegen der Pandemie – an ihren langfristigen Plänen fest und sichern auch weiterhin die Finanzmittel zu, um Standort-Initiativen zu finanzieren“, erklärte der Professor, dass Oberösterreich hier seine Anstrengungen weiter aufrecht halten muss.

Bessere Bildung

Ein starker Treiber von wirtschaftlichem Erfolg sei zudem der Bereich der Ausbildung, so Cocca. Gerade dies sei einer jener Faktoren, welcher durch politische Entscheidungen stark unterstützt werden könne, betonte er. Auch im Bereich der Start-ups könne Oberösterreich aufholen, ergab die Analyse. Hier solle man die Anstrengungen zur besseren Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft verstärken, lautete die Empfehlung.

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Bayern als starker Partner

Viel hält Cocca von einer verstärkten Zusammenarbeit mit dem deutschen Nachbarn Bayern. Statt nach einem Rückzug aus der Globalisierung zu rufen und diesen zu fördern, sollte die Politik verlässliche außenwirtschaftliche Rahmenbedingungen für Unternehmen schaffen und gerade im regionalen Raum das Bewusstsein für die Bedeutung der Exportwirtschaft und wirtschaftlicher Beziehung zu Regionen im Ausland schärfen, so Coccas Expertise.

„Oberösterreich ist wirtschaftlich bereits eng mit einer der stärksten Regionen Europas verbunden: dem Großraum München. Möglichkeiten einer noch engeren Anbindung, um beispielsweise den pulsierenden Start-up-Standort München zu nutzen, sind zu prüfen“, so der Professor der Linzer Johannes Kepler Universität.

Entscheidende Jahre

Fest steht für Cocca: Die kommenden Jahre werden entscheidend sein. Die Region sollte sich politisch auf ein oberösterreichisches Technologiejahrzehnt einschwören, um die sich aus den Megatrends ergebenden Chancen bestmöglich zum Wohl der Menschen in der Region zu nutzen. Aus sozialpolitischer Sicht ist eine auf Stärkung der regionalen Ausbildungs- und Forschungskapazitäten gerichtete Standort-Strategie die beste Grundlage für individuelle Aufstiegschancen, empfiehlt er der Politik.

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