Auftakt von Bischofskonferenz bei Van der Bellen

Mit einem Mittagessen bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Montag die Herbst-Vollversammlung der Bischofskonferenz begonnen. Van der Bellen lobte dabei die Beziehungen zwischen Staat und Kirche und dankte den Vertretern der Kirche für ihre Tätigkeit für unsere Gesellschaft. Unmittelbar danach war eine Tagung der katholischen gemeinsam mit der orthodoxen Bischofskonferenz geplant.

Van der Bellen würdigte die Beziehungen zwischen dem Staat und den gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften als “äußerst kooperativ und vertrauensvoll”. Genauso vertrauensvoll sei auch das Verhältnis der Kirchen und Religionsgesellschaften untereinander.

Sowohl nach innen als auch nach außen habe Österreich die besondere Aufgabe als Brückenbauer, das bedeute “Arbeiten in die Zukunft”, meinte der Bundespräsident bei dem Mittagessen. “Die österreichischen Bischöfe zeigen, wie wichtig und zugleich selbstverständlich das Verstehen über Grenzen hinweg ist. Friede in der Welt lebt auch vom Frieden zwischen den Konfessionen und Religionen. Diese Überzeugung so vieler geistlicher Amtsträger in den verschiedenen Kirchen und Religionen ist heute aktueller denn je. Damit der Friede wachsen kann, braucht es die Einbeziehung der Kirchen und den Dialog zwischen den Kirchen, Religionen und Kulturen”, zeigte sich das Staatsoberhaupt überzeugt.

Der Bundespräsident verwies auch darauf, dass die besondere globale Verantwortung der Kirche auch bei der Vollversammlung der Bischofskonferenz Thema sei, wenn dort über die Ergebnisse der Amazonien-Synode beraten werde. “Die katholische Kirche, die von ihrem Namen her ‘allumfassend’ ist, gibt hier ein schönes Beispiel, wie man global denken und doch lokal verankert sein kann.” Für Van der Bellen zeigt die Arbeit der Kirche in Bildung, Gesundheit, Pflege und Sozialem, wie sehr christliche Solidarität im In- und Ausland gleichermaßen gelebt wird.

Die Mitglieder der katholischen und orthodoxen Bischofskonferenz kamen am Nachmittag in Wien erstmals zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche, die unter dem Vorsitz von Kardinal Schönborn und Metropolit Arsenios (Kardamakis) stattfanden, stand u.a. die verstärkte Zusammenarbeit beim schulischen Religionsunterricht.

Man wisse sich von den katholischen Kirche wertgeschätzt und konkret unterstützt, betonten die orthodoxen Amtsträger laut Kathpress. Sichtbares Zeichen dafür seien beispielsweise die zahlreichen katholischen Kirchen und Räume, die den verschiedenen orthodoxen Gemeinden oft unentgeltlich zur Verfügung gestellt würden. Das positive ökumenische Klima zwischen beiden Kirche wirke auch in die orthodoxen Herkunftsländer beispielsweise auf dem Balkan zurück und könne so einen Beitrag zur Überwindung historischer Spannungen beitragen, hieß es.

Am Dienstag setzen die katholischen Bischöfe ihre Herbstvollversammlung dann bis Donnerstag im Kloster Laab im Walde fort.

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