Hamilton behält in Bahrain gegen Verstappen Nerven

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WM-Titelverteidiger Lewis Hamilton hat das Formel-1-Auftaktrennen in Bahrain für sich entschieden. Der britische Mercedes-Superstar hielt den aus der Pole Position gestarteten Max Verstappen in einem bis zu den letzten Metern spannenden Finish am Sonntag hinter sich.

Der Niederländer und Red Bull mussten sich nach einem wahren Reifenpoker knapp geschlagen geben. Der dritte Platz ging an den Finnen Valtteri Bottas im zweiten Mercedes.

Hamilton feierte seinen 96. Rennsieg in der Formel 1, womit er seinen Rekord weiter ausbaute. Auf dem Bahrain International Circuit wurde der siebenfache Weltmeister bereits zum fünften Mal als Erster abgewinkt – auch dies ein Rekord. Verstappen und Hamilton hatten sich als Führender stets abgewechselt, auch am Ende war der Niederländer kurz schon in Führung, gab den Platz jedoch wegen einer möglichen Regelverletzung wieder an Hamilton zurück.

„Max hat mich so unter Druck gesetzt am Ende. Es war eines der härtesten Rennen, das ich seit Langem gefahren bin, daher bin ich wirklich dankbar“, sagte Hamilton. Verstappen meinte: „Es ist enttäuschend, nicht gewonnen zu haben, aber wir haben Mercedes wirklich einen Kampf geliefert und wir müssen daher insgesamt zufrieden sein.“

Der 23-Jährige hatte zu Beginn mit einem Problem beim Steuern geklagt. „Und beim Überholmanöver gegen Lewis war ich auf der Außenseite“, verteidigte er sich. Auch Bottas zeigte sich enttäuscht: „Lewis und ich hatten verschiedene Strategien, für mich hätte es besser laufen können.“

Das erste von 23 Saisonrennen – sofern der Plan hält – begann turbulent. Sergio Perez im zweiten Red Bull kam in der Formationsrunde auf einmal zum Stillstand, es gab vor dem Start folglich einen zweiten vorbereitenden Umlauf. Dann passierte schon der erste Unfall, der auf das Konto von Haas-Pilot Nikita Masepin ging. Der Russe verlor sein Auto und fuhr in die Streckenbegrenzung – ein ultrakurzes Formel-1-Debüt für den 22-Jährigen, der unverletzt blieb. Der Masepin-Crash machte auch einen Einsatz des diesmal von Aston Martin gestellten Safety Car notwendig.

Als der Schrittmacher wieder weg war, konnte sich Verstappen einen kleinen Vorsprung herausfahren. Hamilton stoppte relativ früh zum Wechseln und war mit einem Satz Hard-Reifen danach vorerst der Schnellste auf der Strecke. Bottas und Verstappen zogen wenig später nach, Hamilton schaffte aber gegenüber Verstappen den Undercut und führte das Feld an. Der Niederländer absolvierte seinen zweiten Stint auf den weicheren Medium-Reifen. Bei Halbzeit des Rennens holte sich Hamilton noch einmal die harte Mischung ab, um damit durchzufahren.

Red Bull reagierte 16 Runden vor Schluss und steckte Verstappen ebenfalls einen frischen Satz Hard auf. Fünf Runden vor der Zielflagge hatte er zu Hamilton aufgeschlossen, überholte den Engländer in weiterer Folge sogar – dabei verließ der Niederländer aber die Strecke. In Erwartung einer Zeitstrafe wegen eines möglichen Vorteils wies die Red-Bull-Mannschaft Verstappen an, Hamilton wieder vorzulassen. Die Rennleitung hatte eine Bestrafung kurz vorher angekündigt. „Er war noch nicht mal wieder auf der Strecke zurück, da kam schon die Ansage, wir müssen Hamilton vorbeilassen“, berichtete Red-Bull-Berater Helmut Marko im ServusTV-Interview.

Nachher gaben seine Reifen Verstappen nicht mehr die Gelegenheit zu passieren, obwohl er wahrscheinlich im schnelleren Auto saß. Für Unmut bei Red Bull sorgte, dass Hamilton mehrmals selbst über die Streckenbegrenzung hinausgefahren war und ungestraft davonkam. Der Auftakt war für die flinken „Bullen“ insgesamt „eine herbe Enttäuschung“ laut Marko. „Es hat schon damit angefangen, dass bei Perez in der Aufwärmrunde überhaupt kein Strom mehr da war. Er hat die Notfall-Szenarien gemacht, dann ging es wieder.“ Der Mexikaner belegte schließlich hinter Lando Norris im McLaren noch den fünften Platz, Charles Leclerc wurde im Ferrari Sechster.

Der Japaner Yuki Tsunoda holte bei seiner Premiere für AlphaTauri als Neunter zwei Punkte. Comeback-Pilot Fernando Alonso musste seinen Alpine kurz nach der Halbzeit wegen eins Defekts in der Boxengasse parken. Mick Schumacher (Haas) beendete seinen ersten Formel-1-Grand-Prix auf Position 16, direkt hinter seinem Deutschen Landsmann Sebastian Vettel im Aston Martin.

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