Ausbleibender Luchs-Nachwuchs beschäftigt den oö. Landtag

Seit fünf Jahren keine nachhaltige Reproduktion der Pinselohren mehr im Nationalpark Kalkalpen — Grüne wollen neuerliche Auswilderung

Close-up portrait of an Eurasian Lynx in forest (Lynx lynx)

Der ausbleibende Luchs-Nachwuchs im Nationalpark Kalkalpen ist morgen Thema im oö. Landtag. Die Grünen wollen, dass erneut Tiere ausgewildert werden. Über den entsprechenden Antrag dürfte noch nicht abgestimmt werden, er wird wohl in einen Ausschuss wandern.

Naturschutzreferent LHStv. Manfred Haimbuchner (FPÖ) will zu dem Ansinnen vorerst weder Ja noch Nein sagen. Jedenfalls brauche es dafür den Rückhalt aus der Bevölkerung.

Im Nationalpark Kalkalpen sind seit dem Jahr 2011 insgesamt fünf Luchse aus der Schweiz ausgewildert worden. Anfangs wurden immer wieder Junge geboren und die kleine Population schien sich halten zu können. Dann geriet das Projekt aber durch Wilderei ins Wanken. Nun kommt hinzu, dass sich kein Nachwuchs mehr einstellt. In den vergangenen fünf Jahren wurde nur ein einziges Jungtier nachgewiesen, das rasch wieder vom Radar verschwand.

Je drei geschlechtsreife Weibchen und Männchen

Am fehlenden Monitoring kann es nicht liegen, denn allein 2019 wurden an 31 Fotofallenstandorte im Nationalpark und in den angrenzenden Gebieten 138 Luchsbilder aufgenommen, bilanzierte der Luchs-Beauftragte Christian Fuxjäger in seinem Bericht. Demnach streifen derzeit je drei geschlechtsreife Weibchen und Männchen in dem Gebiet umher.

Die Grünen wollen neben der Auswilderung weiterer Luchse die Wildtierkorridore zwischen der Region Böhmerwald und dem alpinen Bereich besser absichern, etwa in der anstehenden Novelle des Raumordnungsgesetzes. Die Auswilderung eines Tieres koste 13.000 Euro, rechnete Klubobmann Gottfried Hirz vor. Ob die Tiere wieder aus der Schweiz oder vielleicht aus einem anderen Gebiet kommen sollen, lässt er offen. Er hofft aber auf einen Beschluss im Landtag vor dem Sommer.

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