Ausgerechnet heuer: Totalflaute in der „Masken-Branche“

Der Linzer Kostümverleih blickt trüben Zukunftsaussichten entgegen

Der „Baby-Elefant“ wäre im Fasching bestimmt ein Renner, die Chancen, dass er getragen wird, stehen aber nicht sehr günstig.Auch die vielen schönen Ballkleider werden heuer kaum zum Einsatz kommen.
Der „Baby-Elefant“ wäre im Fasching bestimmt ein Renner, die Chancen, dass er getragen wird, stehen aber nicht sehr günstig. © Röbl

Bittere Ironie: Ausgerechnet heuer, wo alle Masken tragen, kämpft eine Branche, die sich geradezu aufs Maskieren spezialisiert hat, ums wirtschaftliche Überleben.

Seit mehr als 150 Jahren gibt es den Linzer Kostümverleih am Hauptplatz. Egal ob Faschings- oder Maskenball, Debütanten- oder Opernball, Gschnas, Kehraus oder Motto-Party, hier decken sich Bewohner der Landeshauptstadt mit der jeweils gefragten Garderobe ein. Zumindest bisher war das so.

Heuer ist alles anders. Vor allem sehr viel ruhiger. An eine auch nur annähernd ähnliche Situation, wie sie derzeit herrscht, kann sich Inhaber Berthold Windner, der das traditionsreiche Geschäft vor 40 Jahren von den Eltern übernommen hat, überhaupt nicht erinnern.

„Jammern nützt nichts“

Die Absage des Opernballs hat ihn nicht mehr überrascht. „Das war absehbar.“ Absehbar sind auch die Folgen. Mit dem sich immer mehr abzeichnenden Ausfall der Ballsaison, droht dem Kostümverleih das wirtschaftliche Hauptstandbein völlig wegzubrechen.

„Wenn ein Ball abgesagt wird, dann ist er abgesagt und findet ja nicht an einem anderen Termin statt. Im Klartext heißt das. Die Kasse klingelt kein einziges Mal“, so Windner. Jammern will er aber trotzdem nicht.

„Das nützt ja nichts und es geht schließlich vielen Betrieben so. Mir tun eher die jungen Menschen leid. So ein Debütantenball, bei dem viele zum ersten Mal im Leben ein langes Kleid oder einen eleganten Anzug tragen, ist ja ein unwiederbringliches Erlebnis“, so Windner.

Die Saison hat er praktisch abgehakt. „Irgendwie werden wir über die Runden kommen.“ Wirtschaftliche Alternativen sollen dabei helfen. So arbeitet die hauseigene Änderungsschneiderei auch für die Textilgeschäfte in der Umgebung.

„Wir suchen rundherum nach Aufträgen, sonst gibt es den Kostümverleih bald nicht mehr. Wobei die finanzielle Seite nicht alles ist. „Es geht nicht nur ums Geld, schlimmer ist, dass man auf die Dauer auch die Lust verliert.“

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