Autobranche sieht sich als Anker für Stabilität und Beschäftigung

Branchenvertreter: „Wir sind keine Bremser, sondern Treiber mit unserer Innovationskraft“ – Rasche Umsetzung der Wasserstoffmilliarde gefordert

Bei der Miba Sinter Austria werden Sinterformteile für die Automobilindustrie hergestellt.
Bei der Miba Sinter Austria werden Sinterformteile für die Automobilindustrie hergestellt. © Hermann Wakolbinger

Die Autobranche wehrt sich dagegen, als Umweltsünder dargestellt zu werden. „Wir sind mit Sicherheit keine Bremser, sondern Treiber mit unserer Innovationskraft“, betonte Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung (IV).

Die österreichische Zulieferindustrie sei „ein Anker für Stabilität und Beschäftigung“, die Branche als Ökosünder hinzustellen wäre „volkswirtschaftlich verantwortungslos“. Die Politik sei gefordert, „die Leistungen für die Umwelt anzuerkennen“.

Dass mehrere Autokonzerne angekündigt haben, aus dem Verbrennungsmotor auszusteigen müsse man relativieren, erklärte Günther Apfalter, President Magna Europe & Asia.

Denn dazu würden auch Hybridmotoren zählen, die neben dem Elektroantrieb auch einen Verbrennungsmotor einsetzen. Wichtig sei es, sich die Gesamtenergiebilanz über die Nutzungsdauer anzuschauen und generell technologieoffen zu agieren.

Dass der Autobranche gerne der Schwarze Peter für Umweltprobleme zugeschoben werde, wirke sich auch auf den Fachkräftemangel aus – weil die Attraktivität der Berufswahl leide.

„Wir beobachten mit Sorge, dass das öffentliche Schlechtreden des Automobils junge Menschen von den klassischen Studienrichtungen der Fahrzeugbranche zusehends fernhält. Hier müssen wir dringend gegensteuern. Denn die Job- und Verdienstmöglichkeiten sind gerade hier überdurchschnittlich“, erklärte F. Peter Mitterbauer, Vorstand des familiengeführten Laakirchner Technologieunternehmens Miba.

Die Branchenvertreter fordern daher eine rasche Ausschüttung der angekündigten Wasserstoffmilliarde.

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