Bachmann-Preis auch heuer ohne Publikum, aber Jury vor Ort

Auch heuer werden die Tage der deutschsprachigen Literatur von Corona überschattet. Wie im Vorjahr lesen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer via Video und sind bei der Diskussion ihrer Texte live aus dem Homeoffice zugeschaltet. Diesmal wird die Jury jedoch in Klagenfurt diskutieren – ohne Publikum allerdings. Am Wettlesen um den 45. Bachmann-Preis nimmt vom 16. bis 20. Juni (neben sieben Teilnehmern aus Deutschland und zwei aus der Schweiz) ein Quintett aus Österreich teil.

Unter den fünf Männern und neun Frauen, die um den Ingeborg-Bachmann-Preis (25.000 Euro), den Deutschlandfunk-Preis (12.500 Euro), den Kelag-Preis (10.000 Euro), den 3sat-Preis (7.500 Euro) sowie den BKS Bank-Publikumspreis (7.000 Euro plus Stadtschreiberstipendium) antreten, befinden sich die im Iran geborene und in Graz lebende Nava Ebrahimi, mit ihrem Roman „Sechzehn Wörter“ 2017 Gewinnerin des österreichischen Debütpreises, die Salzburgerin Katharina Ferner, die Klagenfurterin Verena Gotthardt, der 63-jährige Grazer Fritz Krenn und die vor allem für ihre Hörspiele bekannte Niederösterreicherin Magda Woitzuck. Aus Deutschland kommen Heike Geißler, Timon Karl Kaleyta, Necati Öziri, Anna Prizkau, Nadine Schneider, Leander Steinkopf und Dana Vowinckel, aus der Schweiz Lukas Maisel und Julia Weber.

Neue Jury-Vorsitzende ist Insa Wilke, der bisherige Vorsitzende Hubert Winkels wird mit seiner „Klagenfurter Rede zur Literaturkritik“ (die wie die Auslosung der Lesereihenfolge auf der Bachmann-Preis-Homepage live übertragen wird) am 16. Juni die Veranstaltung eröffnen. Neben Winkels ist auch Nora Gomringer nicht mehr dabei. Ihre Plätze nehmen Mara Delius, Leiterin der Literarischen Welt bei „Die Welt“, und die österreichische Schriftstellerin Vea Kaiser ein. Weiter in der Jury sind Klaus Kastberger, Brigitte Schwens-Harrant, Philipp Tingler und Michael Wiederstein. Die Jury wird gemeinsam mit Moderator Christian Ankowitsch im ORF-Theater in Klagenfurt sitzen. Besucher sind aus Sicherheitsgründen auch heuer nicht zugelassen. Die 3sat-Moderatorin Cécile Schortmann wird als Außenmoderatorin Gespräche mit Literaturexpertinnen und -experten führen. Auf ein kommentierendes Duo (im Vorjahr Julya Rabinowich und Heinz Sichrovsky) wird heuer verzichtet. Ausgebaut hat man dagegen die Social Media-Aktivitäten und bietet heuer etwa erstmals einen Instagram Livestream an.

„Die Bedingungen sind schwierig, aber der Ingeborg-Bachmann-Preis ist eine international hochgeachtete Kulturveranstaltung und der ORF wird dem Literaturpublikum so wie im Vorjahr dieses Ereignis auf einer großen medialen Bühne präsentieren“, wurde ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Donnerstag in einer Aussendung zitiert. ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard zeigte sich „voller Zuversicht, dass auch die heurige Ausgabe ein Erfolg für die Kunst und Kultur und speziell für die Literatur wird“. Und Landeshauptmann und Kulturreferent Peter Kaiser (SPÖ): „Der Ingeborg-Bachmann-Preis ist so etwas wie ein Fels in der Brandung und zeigt eindrücklich, dass Kunst und Kultur in Kärnten als systemrelevant verstanden werden.“ Bewerbskoordinator Horst L. Ebner dagegen blickte über diese zweite „Ingeborg-Bachmann-Preis-spezial“-Ausgabe hinaus bereits in die Zukunft: „Wenn sich die Corona-Situation entspannt, wird es 2022 wieder hochkonzentrierte, aber dennoch entspannte Tage der deutschsprachigen Literatur am Wörthersee geben und zwar von 22. bis 26. Juni.“

(S E R V I C E – bachmannpreis.ORF.at)

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