Badeunfälle: Jedes Jahr bis zu fünf tote Kinder

Gefahr am Wasser ist derzeit besonders groß

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LINZ — Beinahe täglich passieren derzeit in Österreich Badeunfälle mit kleinen Kindern. Erst am Sonntag starb ein Sechsjähriger in Kärnten, am Montag musste ein dreijähriges Mädchen im Burgenland reanimiert werden. Durchschnittlich drei bis fünf Kinder ertrinken pro Jahr in Österreich, informiert das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und rät, Kinder immer im Auge zu behalten, Kleinkinder sogar in unmittelbarer Reichweite.

Nach zwei Minuten bewusstlos

Denn oft sei es nur ein Augenblick, in dem der Spaß im Wasser lebensgefährlich werden kann. „Zwei Minuten, etwa die Dauer eines kurzen Telefonats, reichen aus, dass ein Kind im Wasser das Bewusstsein verliert. Nach fünf Minuten kann Sauerstoffmangel bereits zum Tod führen“, so KFV-Sprecherin Johanna Trauner-Karner.

In der Altersgruppe der Kleinkinder unter fünf Jahre ist das Ertrinken die häufigste unfallbedingte Todesursache. Daher sollen die Kinder – auch wenn sie schon schwimmen können – in der Nähe von Gewässern nie unbeaufsichtigt sein. Gerade bei Kleinkindern gilt: Ist die Aufsichtsperson nicht in Reichweite, also einen bis maximal drei Schritte entfernt, bleibt für die Rettung wenig Zeit – manchmal zu wenig, um schlimme Folgen zu verhindern.

Darauf soll geachtet werden

  • Kleinkinder müssen bei Gewässern immer in unmittelbarer Reichweite beaufsichtigt werden – größere Kinder in Sichtweite. Besonders bei Festen mit vielen Erwachsenen muss immer eine Person für die Beaufsichtigung zuständig sein.
  • Auch kleinen Kindern kann man lernen, sich beim „in das Wasser schauen“ auf den Bauch zu legen. Dadurch wird das Risiko, ungewollt das Gleichgewicht zu verlieren und in das Wasser zu fallen, etwas reduziert.
  • Knallige Farben bei der Badekleidung verwenden – im schlimmsten Falle können Kinder unter Wasser so schneller entdeckt werden.
  • Achtung! Ältere Kinder und auch Erwachsene überschätzen ihre Schwimmkenntnisse gerne.