Bank-Schließfächer geplündert: Vier Jahre Haft für 31-Jährigen

Angeklagter gestand nur Einbrüche mit Beute in Höhe von 300.000 Euro

LINZ — Nach Einbrüchen in Schließfächer zweier Banken in Graz und Linz ist am Dienstag ein 31-Jähriger am Landesgericht Linz nicht rechtskräftig zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Die Anklage warf ihm vor, mehr als eine Million Euro Beute gemacht zu haben.

Der 31-jährige israelisch-kanadische Doppelstaatsbürger mit Wohnsitz in der Ukraine war nur teilweise geständig. Er gestand Einbrüche mit einem Schaden unter 300.000 Euro. Als Motiv gab er an, sein Bruder benötige eine Nierentransplantation. Diese koste umgerechnet mehr als 220.000 Euro. Allerdings habe er die Beute verjubelt.

Vor Gericht sagte er aus, er habe im Darknet Informationen erhalten, wie man Schließfächer in Banken knacken könne. Im Darknet seien auch gefälschte Pässe für Tarn-Identitäten gegen Kryptowährung im Wert von je 2500 Euro zu bestellen. Damit habe er bei den Ämtern eine Meldebestätigung bekommen. Mit dieser und dem Pass ist die Anmietung von Schließfächern und auch der Zutritt dorthin möglich. Bei einem unbegleiteten Aufenthalt könnten mit einem Schraubenzieher leicht Fächer geknackt werden.

Der 31-Jährige gab zu, auf diese Weise am 31. August 2017 in einer Bank in Graz elf Schließfächer aufgebrochen zu haben. Allerdings waren diese leer. Also versuchte er es am 28. März 2018 in Linz erneut. Seinen Angaben zufolge hat er vier Schließfächer aufgebrochen und dabei 50.000 Euro in bar sowie Gold und Schmuck erbeutet.

Den Vorwurf der Anklage, sieben Schließfächer geknackt zu haben, wies er zurück. In einem waren nach Kundenangaben Goldbarren und -münzen mit einem Gewicht von 28 Kilo im Wert von 984.000 Euro.

Richterin erbrachte Gegenbeweis

Verteidiger Normann Hof- stätter brachte zwei Rucksäcke mit, von denen er einen mit 24 Kilo Silberbarren füllte. Denn der Angeklagte wurde beim Betreten mit einem leeren und beim Hinausgehen mit einem gefüllten Rucksack gefilmt. Der Anwalt wollte beweisen, dass sein Mandant nicht so viel Gold davontragen hätte können. Die Richterin, ihre Beisitzerin und die Staatsanwältin versuchten es selbst und erbrachten den Gegenbeweis.

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