Barisic fordert vor Dundalk-Spiel „Fokus und Mentalität“

Die Ausgangsposition von Rapid vor dem Fußball-Europa-League-Spiel am Donnerstag gegen Dundalk ist klar. Nur mit einem Sieg in Irland bleiben die Hütteldorfer im Rennen um einen Platz unter den Top zwei, der den Aufstieg ins Sechzehntelfinale bedeutet. Daher werden laut Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic drei Punkte angepeilt. „Wenn wir die Chance auf ein Endspiel haben wollen, sollten wir unbedingt gewinnen“, sagte der Wiener der APA.

Rapid liegt drei Runden vor Schluss als Dritter drei Punkte hinter dem norwegischen Tabellenzweiten Molde, der am Donnerstag Spitzenreiter Arsenal empfängt. In einer Woche ist Rapid zu Gast bei den Londonern, ehe es wieder eine Woche später im Weststadion zum angestrebten „Finale“ gegen Molde kommen kann.

Davor muss aber noch ein Sieg über Dundalk her. Das erste Duell wurde vor knapp drei Wochen in Wien mühevoll mit 4:3 gewonnen. „Einstellung, Mentalität, Fokus, Konzentration – darum geht’s“, erklärte Barisic. „Wir treffen auf einen Gegner, der gut organisiert ist, körperbetont spielt, gefährlich bei Standardsituationen ist und versuchen wird, zu kontern.“

Die Generalprobe ging am Sonntag mit einem 3:4 in Ried und der damit verpassten Bundesliga-Tabellenführung gründlich daneben. „Wir hatten einen super Start in die Saison, umso mehr tut dieses Spiel weh. Die Niederlage war einfach nicht notwendig und sehr ärgerlich“, meinte Barisic.

Dennoch beträgt der Rückstand der Grün-Weißen auf Spitzenreiter Salzburg nur zwei Punkte – die leise Hoffnung auf den ersten Titelgewinn lebt also, auch wenn Barisic beschwichtigte: „Jetzt ist es einmal wichtig, den Abstand zum siebenten Platz zu vergrößern und in die Meistergruppe zu kommen. Dann kann man sich neue Ziele stecken.“

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Welche Ziele das sein könnten, ließ Barisic offen. „Bei aller Bescheidenheit nach außen hin wissen wir, dass vieles möglich ist, wenn wir solche Spiele wie gegen den LASK (Anm.: 3:0) oder Salzburg (1:1) abliefern. Wenn wir aber so wie gegen Ried nicht alles abrufen, ist auch auf der anderen Seite alles möglich.“

Mitentscheidend für Rapids Chancen im Meisterrennen wird wohl der Verlauf der Winter-Transferzeit sein. Sollte sich ein personeller Aderlass in Grenzen halten oder sogar ausbleiben, wäre man wohl konkurrenzfähig. „Es wäre wünschenswert, wenn wir die Mannschaft halten könnten, so wie sie jetzt ist. Man weiß aber nie, was passiert“, meinte Barisic.

Denn das Tüfteln am Kader gestaltet sich für Barisic diffizil: „Es ist unglaublich schwer, weil uns durch die Pandemie die Einnahmen fehlen, um vorausschauender planen zu können. Es ist eine riesige Herausforderung, die ich aber annehme. Wir werden es überstehen, und wenn wir es überstanden haben, will ich, dass Rapid so gerüstet ist, um stärker aus der Krise zu kommen“, sagte der Sportchef.

Die Mannschaft sei im Vergleich zur Vorsaison „in der Breite, was die Qualität betrifft, sicher nicht besser geworden“, betonte Barisic. Abgänge im Winter würden diese Situation verschärfen, dafür sind auch günstige Neuverpflichtungen nicht ausgeschlossen. Dass Rapid damit gut fahren kann, zeigte sich im vergangenen Winter, als Barisic den damals vergleichsweise unbekannten Ercan Kara von Horn engagierte und der Stürmer auf Anhieb einschlug.

Abgesehen von Spielerverträgen muss sich Barisic demnächst auch um den Kontrakt des Cheftrainers kümmern. Das Arbeitspapier von Dietmar Kühbauer läuft mit Saisonende aus. Eine baldige Verlängerung dürfte wohl nicht zu erwarten sein. „In Zeiten wie diesen ist alles sehr schwer, es geht ums Überleben. Da werden viele Entscheidungen vielleicht auch erst kurz vor Schluss getroffen werden. Grundsätzlich werden wir uns beizeiten zusammensetzen“, kündigte Barisic an.

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