Bauern bieten eine Zukunft ohne Glyphosat-Einsatz an

Handel müsse aber alle betroffenen Produkte auslisten

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In der aufgeheizten Stimmung rund um die verlängerte Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat meldete sich am Mittwoch die oö. Landwirtschaft zu Wort. Konkret boten Agrarlandesrat Max Hiegelsberger und Kammer-Präsident Franz Reisecker einen Deal an: die kommenden fünf Jahre könnten genutzt werden, um die Weichen für ein Glyphosat-freies Österreich zu stellen. Allerdings müsste dann der Handel alle unter Glyphosat-Einsatz hergestellten Produkte aus den Regalen räumen. „Derzeit ist der mediale Einsatz mancher Handelsketten hinsichtlich einer Abschaffung von Glyphosat befremdlich, da genau diese Ketten nach wie vor ausländische Produkte auch aufgrund von Preisvorteilen im Regal führen“, ärgert sich Agrarlandesrat Max Hiegelsberger. Kammer-Präsident Franz Reisecker legte dar, dass sich der Einsatz von Glyphosat in Österreich markant vom Einsatz in anderen Staaten Europas und Amerikas unterscheide: In Österreich werde das Mittel angewendet, um Zwischenkulturen zu eliminieren und damit die Erosion zu bekämpfen. „Mit dem Erntegut kommt Glyphosat daher in Österreich nicht in Berührung!“ Dies hätten, so Reisecker, auch entsprechende Reihenuntersuchungen in den Jahren 2013 und 2015 bewiesen: „Es wurden keinerlei Glyphosat-Rückstände in den Produkten festgestellt. Zudem hat noch keine offizielle Studie für sachgemäße Anwendung von Glyphosat eine Krebsgefahr nachgewiesen.“