„Be my Valentine“ – Lass Blumen sprechen

Den Satz „Lass Blumen sprechen“ kennt wohl jeder. Und in unserem Sprachgebrauch haben sich viele blumige Aussagen verankert: „Durch die Blume sagen“ oder „der hat eine blumige Sprache“ sind häufige Redewendungen, mit denen wir manchmal freundlich und manchmal ganz „unverblümt“ zum Ausdruck bringen, was wir von einer Person halten. Die eigentliche „Blumensprache“ ist jedoch eine althergebrachte Form, seinem Gegenüber Gedanken und möglicherweise Zuneigung „under cover“ mitzuteilen. Gerade zum Valentinstag besinnen sich besonders Liebende aber auch Freunde auf diese schöne Tradition. Damit Sie hier nicht möglicherweise ins Fettnäpfchen treten, gibt es im heutigen Gastbeitrag meinen „Blumen-Knigge“ für Sie.

Damit wir uns „floral richtig verstehen“, müssen wir die Zeit ordentlich zurückdrehen: Schon im alten Ägypten waren Blüten Vorbilder und im Orient wurde geradezu eine „Geheimsprache“ daraus.

Je nachdem welche Blumen in Art, Farbe und Anzahl kombiniert wurden, konnte so manche Haremsdame eine kleine Botschaft lesen und auch überbringen.

Sprechen Sie Hanakotoba oder lieber Selamlik?

Bevor Sie nun vollends verwirrt sind, hier eine kleine Zusammenfassung, damit wir dieselbe Sprache sprechen: Hanakotoba, die asiatische Blumensprache, ist auch heutzutage noch wichtig in der japanischen Kultur, wo Blumen traditionellerweise an Frauen und Männer gleichermaßen verschenkt werden.

Gefühle können hier ohne Worte übermittelt werden und Aussagen treffen über den Beschenkten, aber auch über die Person, die die Blumen verschenkt. Jede noch so kleine Blume hat in Japan große Symbolkraft. Ein für uns eher unscheinbares Beispiel dafür: Das Gänseblümchen steht hier für Vertrauen und Treue. Das wäre doch eine kleine und natürliche Inspiration für den bevorstehenden Valentinstag — quasi „last minute“ von der Wiese.

Selamlik ist „unsere Blumensprache“ hierzulande bzw. in Europa. Den Ursprung hat sie im Orient und wurde Mitte des 18. Jahrhunderts im viktorianischen Europa schnell modern. Da es zur damaligen Zeit zwischen jungen Liebenden schier unmöglich war, Gefühle klar auszusprechen, wurde es zum wichtigsten nonverbalen Kommunikationselement — das „Social Media“ der damaligen Zeit — und breitete sich daher auch genauso rasch aus.

Auf die richtige Farbe kommt es an

Blume ist nicht gleich Blume, denn auch die richtige Farbe will gewählt sein. Die Bedeutung einer roten Rose kennt vermutlich jeder: Die Farbe der Liebe. Schenken Sie jedoch eine gelbe Rose bedeutet dies: Untreue, Eifersucht, schwindende Liebe — also Vorsicht, besonders am Valentinstag!

Jetzt wird’s ganz gefinkelt: Denn auch wie die Blume gehalten wird, spielt eine Rolle. Bleiben wir beim Rosenbeispiel: Gelbe Rosen auf dem Kopf stehend — statt Untreue bedeutet dieser Strauß nun „Treue“ oder „ich verzeihe dir“!

Blumen haben zwar eine feste Bedeutung, doch diese kann verändert werden, je nachdem, wie die Blüte gehalten wird. Halten Sie die Blüten nach unten, verkehrt sich die eigentliche Bedeutung der Blume ins Gegenteil. Keine Panik: Klingt kompliziert, ist aber in der Praxis ganz einfach — mit meinen „Top Ten“ liegen Sie in jedem Fall richtig! Für die Vorsichtigen unter Ihnen: Die österreichischen Floristen helfen Ihnen in diesen Herzensangelegenheiten kompetent weiter und „dolmetschen“ Sie gerne.

Die beliebtesten Blumen und ihre Bedeutung

Rose: Eine einzelne, rote langstielige Rose gilt weltweit als DAS Zeichen der Liebe! Rosen blühen beinah in jedem Garten und sind unangefochtenes Symbol für innige Liebe, Leidenschaft, Zuneigung. Weiße Rosen stehen für Reinheit und Unschuld. Beide kombiniert sind ein Zeichen für Gemeinsamkeit.

Gerbera: Steht für Freundschaft. Eignet sich auch gut für Geschwister und Verwandte, sogar die Nachbarin. Oder als nettes „Mitbringsel“ als Dank für die Einladung.

Sonnenblume: Bedeutet ganz klar Freude und Fröhlichkeit (das verspüren die Meisten bei ihrem Anblick). Mit einer Sonnenblume liegt man immer richtig.

Tulpe: Symbolisiert Zuneigung, je dunkler die Farbe ist, umso intensiver. Und dennoch bedeuten weiße Tulpen „ewige Liebe“. Ein bunter Frühlingstulpenstrauß gilt aber als neutral.

Lilie: Eine weiße Lilie steht bekanntermaßen für Reinheit, Unschuld und wahre Liebe.

Vergissmeinnicht: Bedeutet Treue, man könnte auch sagen: „nomen est omen“ und wird daher besonders gerne am Valentinstag unter Liebenden geschenkt.

Narzisse: Ihre Bedeutung ist etwas ambivalent — einerseits symbolisieren sie Frische und Lebendigkeit, weil sie als eine der ersten Frühlingsblüher unser Herz erfreuen, andererseits stehen sie für Eitelkeit, die sie wohl ihrem Namensvetter (Narziss) zu verdanken haben.

Veilchen: Steht für Bescheidenheit, Verschwiegenheit — es ist hübsch aber doch dezent. Violette Veilchen können auch um Geduld bitten.

Margerite: Natürlichkeit, aber auch Unentschlossenheit — wer kennt es nicht aus Teenagertagen: „Er liebt mich, er liebt mich nicht“.

Orchidee: Ein Symbol für Schönheit aber auch Bewunderung und Vielfältigkeit, da es sie in zahlreichen Farben und Formen gibt.

Wenn Sie jetzt so richtig Gefallen gefunden haben an der „Sprache der Blumen“, lesen Sie wie immer noch viel mehr in meinem begleitenden ausführlichen Blog auf meiner Website: www.theHeartgardener.at.

Hier gibt es zusätzlich im Blog „Be my Valentine“ Kulinarisches und Informatives für den Valentinstag mit Ihrem Herzensmenschen. Ich wünsche Ihnen von Herzen einen großartigen Valentinstag!

Patrizia Haslinger
Die Herzensgärtnerin®

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