Beamter bleibt nach Polizeiwaffenfund bei seiner Version

Nach der Sicherstellung von zwei kürzlich verschwundenen Pistolen der oberösterreichischen Polizei und dem Ermittlungsergebnis, dass eine Reinigungskraft sie gestohlen habe, bleibt ein involvierter Beamter bei seiner anderslautenden Version. Das war am Donnerstag aus Polizeikreisen zu erfahren. Ein persönliches Verhältnis zwischen dem Polizisten und der Reinigungskraft bestehe nicht.

Der Polizist einer Inspektion im Bezirk Wels-Land hatte Anfang Oktober angezeigt, dass eine Pistole samt dem mit Munition gefüllten Magazin weg sei. Er habe sie einem angeblichen Kollegen ausgehändigt. Dieser habe sie für einen unmittelbar bevorstehenden Einsatz benötigt, für den er bewaffnet sein müsse. Der Beamte sei ihm allerdings unbekannt. Bei dieser zuvor mehrfach wiederholten Version sei der vom Dienst Suspendierte auch geblieben, als er am Mittwoch mit Ermittlungsergebnissen der Landespolizeidirektion konfrontiert wurde, die im krassen Widerspruch dazu stehen.

Demnach hat ein 17-Jähriger, der als Reinigungskraft in der Polizeiinspektion tätig war, die Pistole gestohlen. Aber nicht nur diese, sondern später beim Putzen in einer anderen Polizeistation im Nachbarbezirk noch eine weitere. Die beiden Waffen wurden am Dachboden des Hauses seiner Familie gefunden. Er gestand, sie jeweils in einem unbeobachteten Moment an sich genommen zu haben. Sein Motiv: Er wollte Waffen besitzen, wie er sie im Fernsehen und in Videospielen gesehen hatte. Ein terroristischer Hintergrund wird ausgeschlossen. Wieso der Polizist auf seiner Version beharre, ist für sie rätselhaft.