Bei Rhythmusstörung Nerv kappen

Ordensklinikum Linz Elisabethinen setzen bei schwer Herzkranken auf neue Methode

V. l.: Chirurg Reinhold Függer, Patient Franz Brandstetter und Kardiologe Helmut Pürerfellner
V. l.: Chirurg Reinhold Függer, Patient Franz Brandstetter und Kardiologe Helmut Pürerfellner © OKL

LINZ – Dass bei Patienten mit einer Überreaktion der Schweißdrüsen eine Durchtrennung des Sympathikus-Nervs den gewünschten Erfolg bringt, ist schon lange bekannt. Dass diese Methode auch bei Patienten, die an schweren Herzrhythmusstörungen leiden, helfen kann, steckt erst in der Anfangsphase.

Das Ordensklinikum Linz Elisabethinen hat mittlerweile sechs Patienten, bei denen weder eine medikamentöse Therapie, noch ein Defibrillator und auch keine Verödung des für die lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen verantwortliche Narbengewebes einen Erfolg brachte, damit behandelt. In 67 Prozent der Fälle sind die Ärzte – Kardiologe Univ.-Prof. Helmut Pürerfellner und Chirurgie-Primar Univ.-Prof. Reinhold Függer – mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Franz Brandstetter (64) aus Neumarkt (Bezirk Freistadt) war ihr erster Patient. Nach einem zunächst nicht bemerkten Herzinfarkt hat er Jahre später eine große Vernarbung entwickelt, die das Herz seit vier Jahren gehörig aus dem Rhythmus brachte. Zuletzt fiel er deswegen mehrmals am Tag um. Zuletzt musste er sogar mehrfach reanimiert werden. Kurz nach der Operation war der Pensionist rasch wieder fit – seit dem Eingriff vor einem halben Jahr kam es zu keiner Rhythmusstörung mehr.

Konkret wird bei praktisch austherapierten Patienten in einer einstündigen technisch anspruchsvollen Operation unter Vollnarkose der Sympathikus-Nerv links und rechts jeweils bei der zweiten, dritten und vierten Rippe thermisch durchtrennt. Der Patient hat lediglich einen ein Zentimeter langen Hautschnitt in der Nähe der Achsel.em

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