Beim Gang zum Amt: Waffen für viele offenbar selbstverständlich

Seit kurzem laufen Kontrollen in Oberösterreichs Behörden: Schon 24 Faustfeuerwaffen und 3556 Stichwaffen abgenommen

Strenge Kontrollen, wie hier im Linzer Landhaus, sollen die Sicherheit für Mitarbeiter und Kunden in öffentlichen Einrichtungen garantieren.
Strenge Kontrollen, wie hier im Linzer Landhaus, sollen die Sicherheit für Mitarbeiter und Kunden in öffentlichen Einrichtungen garantieren. © Röbl

LINZ — Der tragische Vorfall in einer Vorarlberger Bezirkshauptmannschaft, bei dem am Mittwoch – wie berichtet – ein Beamter mit einem Messer ermordet worden ist, ist auch in Oberösterreichs Behörden Gesprächsthema Nummer Eins. Nicht von ungefähr. Denn auch hier haben viele Personen beim Gang aufs Amt eine Waffe dabei. Das zeigen die Sicherheitskontrollen, die bereits in einigen BHs seit dem Vorjahr durchgeführt werden. Das Ergebnis sorgt für Kopfschütteln. Die Security-Mitarbeiter zogen bereits ein ganzes „Waffen-Arsenal“ aus dem Verkehr: 24 Faustfeuerwaffen, 3556 Stichwaffen und 399 Pfeffer- bzw. Tränengassprays. Dazu kommen Schlagringe und Elektroschocker.

Eingeführt wurden die Kontrollen mit Metalldetektoren und Gepäcksröntgengeräten zunächst als Testbetrieb Ende 2017 an der BH Linz-Land. Seit dem Vorjahr laufen sie im Dauerbetrieb. Auch in Kirchdorf läuft bereits der Dauerbetrieb, in Vöcklabruck wird noch getestet, alle anderen BHs sollen bis zum Jahr 2024 folgen. Auch im Landhaus wird seit letztem Dezember kontrolliert, im LDZ findet eine „Bestreifung“ durch Sicherheitsbedienstete statt.

LH Stelzer: Kontrollen leider notwendig

Nicht nur aufgrund des tragischen Falls in Vorarlberg zeigt sich Landeshauptmann Thomas Stelzer überzeugt von der Notwendigkeit der Sicherheitsmaßnahmen. „Ich bin froh, dass wir trotz teils kritischer Stimmen rechtzeitig begonnen haben, Vorkehrungen zum Schutz unserer Mitarbeiter und unserer Kunden zu treffen. Diverse Vorfälle in der Vergangenheit und auch die bereits erfolgten Personen- und Gepäckskontrollen haben gezeigt, dass solche Kontrollen heutzutage leider notwendig sind“, so der Landeshauptmann. Man folge damit damit auch den Empfehlungen des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, erklärte Stelzer.rö