Benjamin Quaderer erhält Rauriser Literaturpreis

Der mit 10.000 Euro dotierte Rauriser Literaturpreis 2021 geht an den aus Liechtenstein stammenden Autor Benjamin Quaderer für sein Romandebüt „Für immer die Alpen“. Den Rauriser Förderungspreis 2021 erhält der Tiroler Martin Mader für den Text „Abstand ist Überall“. Das gab Kulturreferent LHStv. Heinrich Schellhorn (Grüne) am Mittwoch bei einer Online-Pressekonferenz anlässlich der Präsentation der Pläne für die diesjährigen Rauriser Literaturtage bekannt.

Der Rauriser Literaturpreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom Land Salzburg vergeben. Die 50. Auflage des Literaturfestivals soll vom 7. bis 11. April – je nach Coronasituation – vor Publikum, als Hybrid oder gänzlich im Internet über die Bühne gehen.

Die Jury lobte das Romandebüt „Für immer die Alpen“ von Benjamin Quaderer als „ebenso unterhaltsam wie tiefsinnig und literarisch ambitioniert“. Der 31-jährige Autor zeichne ein „mutiges Porträt voller kritischer Schärfe seiner Heimat Liechtenstein. Das Debüt zeugt von großer literarischer Reife. Es ist ein Wurf“, heißt es in der Begründung.

„Martin Mader ist eine äußerst beeindruckende neue Stimme“, lautet das Urteil der Jury über den Preisträger des mit 5.000 Euro dotierten Rauriser Förderungspreises. Der Text „Abstand ist Überall“ besteche durch „Mut zur eigenen und eigenwilligen Form und zur sprachlichen Inszenierung.“ Der Förderungspreis wird vom Land Salzburg und der Gemeinde Rauris gestiftet. Bei der Veranstaltung werden nicht nur die beiden diesjährigen Preisträger Quaderer und Mader ausgezeichnet, sondern auch mit Angela Lehner und Vanessa Graf jene des Vorjahrs. Weil die Literaturtage 2020 wegen des Lockdowns verschoben werden mussten, wird die Ehrung nun nachgeholt.

Wie genau die Rauriser Literaturtage heuer stattfinden werden, hängt von der Coronasituation ab. Sie stehen jedenfalls unter dem Übertitel „fünfzig.2“. „Es ist der zweite Versuch, das Jubiläumsprogramm zum 50. Geburtstag umzusetzen“, sagte Manfred Mittermayer, der gemeinsam mit Ines Schütz die Literaturtage leitet. Es gebe eine „sehr gestaffelte und variantenreiche Planung“. Derzeit gebe es die Hoffnung, dass Anfang April unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder öffentliche Veranstaltungen durchgeführt werden könnten. So wurde die Zahl der Sitzplätze reduziert, die Besucher müssen sich online anmelden, um das Contact Tracing sicherzustellen. Alle Veranstaltungen werden als Livestream über angeboten. Das biete die Chance, das Publikum auf digitalem Weg zu erweitern, sagte Mittermayer. Einzelne Formate – wie die Kooperationen mit österreichischen Universitäten – werden in jedem Fall digital nach Rauris zugeschaltet. Sollten im April die Covid-Verordnungen keine Veranstaltung vor Ort erlauben, werde man die Literaturtage gänzlich ins Netz verlagern, sagte der Intendant.

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Inhaltlich werden die Literaturtage im Wesentlichen das Programm nachholen, das 2020 vorgesehen war. Erwartet werden bei den Lesungen und Gesprächen zahlreiche Autoren, die in der Vergangenheit in Rauris ausgezeichnet wurden: Herta Müller, Bodo Hell, Peter Rosei, Maja Haderlap, Norbert Gstrein, Judith Kuckart, Michael Köhlmeier oder Raoul Schrott. Einige Autoren würden in Rauris Bücher vorstellen, die im vergangenen Jahr entstanden seien, kündigte Schütz an. Bei der Festveranstaltung, eine Kooperation mit den Salzburger Festspielen, werden die Schauspieler Gerti Drassl und Sami Loris aus Texten von Rauris-Preisträgern lesen.

(S E R V I C E – Rauriser Literaturtage „fünfzig.2“, 7. bis 11. April, Rauris, )

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