Bergsportunfälle zählen zu den teuersten Sportunfällen Österreichs

Experten rechnen heuer mit besonders vielen Unfällen in den Bergen

Mit rund 638 Millionen Euro pro Saison gehören Unfälle beim Sommer-Bergsport in Österreich zu den teuersten Sportunfällen.

Trotz oder gerade wegen Covid-19 bedingter Veränderung des Bergsporttourismus rechnet das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) in der heurigen Saison mit einer ähnlichen Größenordnung an Folgekosten.

Der Grund: Mangels Alternativen zieht es die Österreicher heuer besonders stark in die Berge, darunter auch immer mehr Ungeübte. Beinahe täglich – so auch am Dienstag – müssen die Retter dann ausrücken.

Herz-Kreislauf-Versagen als Hauptsursache

Mehr als 10.000 Menschen verletzen sich jährlich bei Bergsportunfällen. Mit einer ähnlichen, wenn nicht sogar höheren Anzahl an Verletzten muss auch in diesem Sommer gerechnet werden, so das KFV in einer Aussendung.

„In Summe nehmen Unfallfolgekosten durch Sommerbergsport in Österreich mit rund 638 Millionen Euro neben Ski-, Rad- und Fußballunfällen Platz vier der teuersten Sportunfälle ein, bei Betrachtung von Einzelfallkosten nehmen sie mit 30.200 Euro pro Fall sogar Rang drei ein“, erklärte KFV-Sprecherin Johanna Trauner-Karner. Neben den unmittelbarsten Unfallkosten – jenen für die medizinische Behandlung – umfasst diese Gesamtsumme auch Bergungskosten sowie Kosten durch Krankenstand und Invalidität (Leistungspotenzialverluste).

Einerseits erklären sich die hohen Kosten dadurch, dass Bergwandern in Österreich ein Breitensport ist. Über drei Millionen Österreicher führen ihn zumindest gelegentlich aus. Daneben gibt es noch rund 600.000 Mountainbiker und über 300.000 Kletterer. Andererseits führen schwere und tödliche Verletzungen bei Kletter-, Mountainbike- aber auch Bergwander-Unfällen zu hohen Leistungspotenzialverlusten.

„Beim Bergwandern gilt es, durch richtige Einschätzung der eigenen Fitness besonders die Unfallursache Herz-Kreislauf-Versagen zu vermeiden, die im Mittel der letzten zehn Jahre für 37 Prozent der Bergwander-Unfälle mit tödlichem Ausgang verantwortlich war“, so Trauner-Karner.

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