Bericht konstatiert Misshandlungen an Ballettschule Berlin

Klima und Methoden an der Staatlichen Ballettschule Berlin sind erneut von Experten kritisiert worden. Die Clearingstelle geht nach einem Zwischenbericht davon aus, “dass sich Kindeswohlgefährdung durch physische und psychische Misshandlung, emotionale Vernachlässigung, Vernachlässigung der Gesundheitsfürsorge sowie der Fürsorge- und Aufsichtspflicht erkennen lässt”.

Bisher haben der Pädagoge Arthur Kröhnert, langjähriger Bundesgeschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren, und die Psychologin Elke Nowotny, Ex-Vorstandsmitglied des Kinderschutz-Zentrum Berlin, 108 Gespräche oder E-Mailwechsel mit aktuellen oder ehemaligen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrerinnen und Lehrern geführt. Insgesamt hatten sich 203 Menschen an die von der Bildungsverwaltung im Februar eingesetzte unabhängige Clearingstelle gewandt.

Kröhnert und Nowotny berichteten von körperlichen Übergriffen, emotionaler und psychischer Gewalt wie “Anschreien, Beschimpfen, Beschämen des Körpers und der Leistung, Bagatellisieren, Drohen”, aber auch von sexuellen Grenzüberschreitungen und “sexualisierten Äußerungen durch Fachkräfte”. Ursache sei etwa ein “traditionell autokratisches Führungsprinzip” in einem geschlossenen System Schule.

Zuvor hatte bereits eine Expertenkommission eine “Kultur der Angst” an der Schule festgestellt. Beide Kommissionen wollen bis Herbst abschließende Berichte vorlegen.

Schulleiter und Künstlerischer Leiter der Ballettschule waren im Zuge der Untersuchungen der zunächst anonymen Vorwürfe vom Dienst freigestellt worden. In Stellungnahmen sprachen sie von “Verleumdungen, Falschbehauptungen und Anschuldigungen”, die kursierten. Inzwischen wurden Leitungsposten neu ausgeschrieben.

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