Berliner Flughafen Tegel will wegen Corona-Krise zwei Monate schließen

Der Berliner Airport Tegel soll wegen der Coronavirus-Krise und des fast brachliegenden Flugbetriebs ab spätestens Juni für zwei Monate vorübergehend schließen. Der Aufsichtsrat des Flughafenbetreibers FBB habe dies mit großer Mehrheit entschieden, sagte FBB-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider am Mittwochabend.

Die Gesellschafterversammlung – also die Eigentümer Berlin, Brandenburg und der Bund – habe sich in dieser Frage allerdings nach sehr langer Diskussion vertagt und werde in zwei Wochen erneut darüber beraten.

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Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup betonte, er habe nun die Rückendeckung des Aufsichtsrats und werde umgehend die nötige Befreiung von der Betriebspflicht des innerstädtischen Airports beantragen. „Die Gesellschafterzustimmung ist nicht erforderlich.“ Der Bund und die Länder könnten allerdings noch per Weisung eingreifen.

Lütke Daldrup will wegen des fast zum Stillstand gekommenen Flugbetriebs nicht beide Airports in der Hauptstadtregion offen halten. Mit der Tegel-Schließung sollen rund 200.000 Euro täglich gespart werden.

„Mir geht es darum, solange ich keinen Verkehr habe, Kosten für das Unternehmen zu sparen und letztlich Kosten des Steuerzahlers zu sparen.“ Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) will dann nur noch Schönefeld dauerhaft offen halten.

Lütke Daldrup ließ offen, ob der vor allem bei den Westberlinern so beliebte Airport Tegel überhaupt noch mal ans Netz gehen werde, bevor der neue Großflughafen BER nach jahrelanger Verzögerung am 31. Oktober öffnen soll.

„Wenn ich eine Glaskugel hätte, könnte ich diese Frage beantworten.“ Dies hänge von der Entwicklung der Corona-Pandemie und dem Flugbetrieb ab.

Die zuständige Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald hatte jüngst nach Abschluss der Bauarbeiten die Fertigstellung des BER-Terminals 1 bestätigt. Am 30. April werde man mit dem zweimonatigen Probebetrieb beginnen, sagte Lütke Daldrup.

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