Bevölkerung unterschätzt Gefahr von Blackout

Es wird kaum Vorsorge für einen Notfall getroffen

Rascher als man denkt, kann ein Starkregen eine Mure auslösen, die eine Straße verlegt. V. l.): OÖ Zivilschutz-Geschäftsführer Josef Lindner, Spectra-Geschäftsführer Peter Bruckmüller, OÖ Zivilschutz-Präsident NR-Abg. Michael Hammer
Rascher als man denkt, kann ein Starkregen eine Mure auslösen, die eine Straße verlegt. V. l.): OÖ Zivilschutz-Geschäftsführer Josef Lindner, Spectra-Geschäftsführer Peter Bruckmüller, OÖ Zivilschutz-Präsident NR-Abg. Michael Hammer © OÖ Zivilschutz

LINZ – Der Strom kommt aus der Steckdose und das Wasser aus der Leitung. Doch was passiert, wenn die so selbstverständliche Infrastrukur plötzlich zusammenbricht?

Eine vom OÖ. Zivilschutz in Auftrag gegebene Spectra-Studie zeigt die Sorglosigkeit der Österreicher in Sachen Katastrophenschutz auf. Denn kaum einer ist für den Notfall gerüstet.

bezahlte Anzeige

Lediglich 15 Prozent der 1100 Befragten haben sich bereits einmal mit der Thematik auseinandergesetzt, 56 Prozent noch gar nicht. Als größte Gefahren sehen die Österreicher Hochwasser (48 Prozent), Gewitter mit Zerstörungskraft (47 %) und Murenabgang, Erdrutsch oder Lawine (43 %) in besiedeltem Gebiet an. Die Wahrscheinlichkeit für einen großflächigen Stromausfall (Blackout) schätzen jedoch nur zehn Prozent als sehr hoch ein.

Ohne Panik verbreiten zu wollen, möchte der Oö. Zivilschutzverband die Bevölkerung sensibilisieren, denn ein Ernstfall kann unerwartet eintreten, weiß OÖ-Zivilschutz-Präsident NR-Abg. Michael Hammer: „Gerade in den ersten Minuten kann rasches Handeln Leben retten. Vorsorgen für den Katastrophenfall, egal ob Blackout oder Naturkatastrophe ist in den Bereichen Lebensmittelvorrat, technische Hilfsgeräte und Medikamente/Hygieneartikel notwendig.“

Ziel ist es, dass jeder Bürger eine Woche autark leben kann, das heißt, dass er das Haus nicht verlassen muss. Nur zehn Prozent der Befragten antworteten richtig, dass bei einem Stromausfall die Wasserversorgung etwa einen Tag aufrecht erhalten werden kann. Viele dachten, dass dies bis zu einer Woche möglich sei. 41 Prozent glauben, dass das Internet nicht sofort zusammenbricht und man noch vier bis sechs Tage mit Bargeld einkaufen kann. Nur ein Drittel verfügt über ein stromunabhängiges Radio.

Zur Basisausstattung, die beim Zivilschutz erhältlich ist, gehören ein praktisches Notfallradio mit LED-Lampe, das strom- und batterieunabhängig mit Kurbel- dynamo betrieben werden kann, ein Abdichtband, eine Zippfolie (als Dokumentenhülle), Sicherheitsbrennpasten, Langzeit-Nahrungsmittel, ein USB-Stick, eine Sicherheitskerze mit Feuerzeug und eine Kappe mit LED-Lampe sowie umfangreiche Selbstschutzratgeber. Empfohlen wird, Lebensmittel, die mindestens ein Jahr haltbar sind, zu bevorraten. Am 1. Samstag im Oktober, dem Zivilschutztag, sollten die Vorräte ausgetauscht werden. Beim Wasservorrat – zwei Liter pro Tag und Person – sollte auch genug Mineralwasser für die Hygiene zu Hause sein.