Bewegend: Erste Schritte mit Hilfe der Technik

Gelähmter Unternehmensberater bringt Exoskelett nach Österreich

Die ersten Schritte – mit dem Exoskelett – nach 20 Jahren waren für Unternehmensberater Gregor Demblin ein „unbeschreibliches Gefühl“. © Österreichische Lotterien/Bienik

„Als ich das Exoskelett 2017 zum ersten Mal ausprobiert habe, hat es mein Leben verändert. Ich konnte zum ersten Mal nach 20 Jahren wieder gehen. Das Gefühl ist unbeschreiblich“, schildert Unternehmensberater Gregor Demblin. Er hat jetzt gemeinsam mit den Österreichischen Lotterien das Exoskelett nach Österreich geholt. Mit dieser Technologie können Menschen trotz Querschnittlähmung wieder gehen. Erster Schritt ist ein kostenloses Probetraining.

Das Exoskelett ist ein batteriebetriebener, über der Kleidung tragbarer bionischer „Anzug“. Seine elektrischen Motoren bewegen die Beine und ergänzen oder ersetzen Muskelfunktionen. Benützt wird es im Zuge eines ambulanten Trainings mit Physiotherapeuten.

bezahlte Anzeige

Demblin, der selbst eine Querschnittlähmung hat, ist der Mastermind hinter der neuen Initiative „tech2people“. Sie soll in den nächsten Jahren innovative Technologien nach Österreich bringen, die es Menschen mit Behinderung ermöglichen, ein anderes Leben zu führen. Es soll Wegbereiter für den Einsatz zukunftsweisender IT werden, die die gesamte Gesellschaft verändern wird.

Mehr als nur eine Fortbewegung

Derzeit werden diese ambulanten Trainings in Österreich nicht angeboten. „Mein Anliegen ist es, diese fantastische Therapieform allen Betroffenen in Österreich zu ermöglichen.“ Den Anfang machen kostenlose Probetrainings, die jeweils eineinhalb Stunden dauern und von Physiotherapeutin Dennis Veit geleitet werden. Der Trainingszeitraum ist vom 1. bis 7. Oktober in der Messe Wien, Messeplatz 1. Die Anmeldung sollte aber bereits jetzt erfolgen, weil dem Training Voruntersuchungen vorangehen. Infos unter: www.tech2people.at

Das unterstützte Gehen ist für die Betroffenen mehr als nur eine Fortbewegung. „Die durchaus anstrengende Bewegung stärkt den Kreislauf und die Funktion der inneren Organe sowie die noch vorhandene Muskulatur. Auch der lähmungstypische Knochenabbau wird verlangsamt. Manche Nutzer, die über eine entsprechende Restmuskulatur verfügen, haben durch das Training sogar die Chance, wieder selbstständig gehen zu lernen“, erläutert Veit. Demblin kennt aber nicht nur die positiven körperlichen Auswirkungen, sondern auch dass sich dadurch Motivation, Kreativität und das positive Denken verstärkt haben. Lotterien-Vorstandsdirektorin Bettina Glatz-Kremsner war es ein Anliegen, die Technologie unbedingt nach Österreich zu bringen.