Bewegung soll Kids Spaß machen

Gerade im Kindesalter ist Freude an der Bewegung besonders wichtig.
Gerade im Kindesalter ist Freude an der Bewegung besonders wichtig. © Photographee - stock.adobe.cpom

Laufen ist keineswegs nur eine Angelegenheit für Erwachsene. Gerade Kinder haben einen enormen Bewegungsdrang, den man vor allem auf spielerische Art und Weise unterstützen sollte.

Vorzeigeprojekt Bewegungscoach

So war ich nach meinem Karriereende im Mai 2016 und der anschließenden Trainerausbildung ab dem Schuljahr 2017/18 zwei Jahre lang als Bewegungscoach für die ASKÖ in den Volksschulen Gschwandt, Grünau, Kirchham und in der NMS Scharnstein (alle im Bezirk Gmunden) für die tägliche Bewegungseinheit verantwortlich.

Insgesamt haben im Herbst 2017 53 Coaches der Dachverbände UNION, ASKÖ und ASVÖ ihre Tätigkeit in 150 Schulen mit zusammen bis zu 630 Klassen aufgenommen.

Als ehemaliger Leistungssportler ist es mir wichtig, meine jahrelange Erfahrung den Schülern und Kindern weiterzugeben. In 23 Jahren in der Leichtathletik konnte ich viel Erfahrung sammeln, wobei diese die Basis für alle Sportarten darstellt. Die Aufgabe als Bewegungscoach in den Schulen war für mich eine neue Erfahrung, die mir viel Freude bereitete und bei der ich versuchte, den Spaß an der Bewegung auch den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln.

Von Ausdauer- bis Teamübungen alles dabei

Daneben war es mir ein großes Anliegen, auch den Kindern und Jugendlichen eine gewisse körperliche Grundausbildung mitzugeben, was sich allerdings bei machen Schülern als schwierig herausgestellt hat, da hier vieles auch vom Elternhaus initiiert werden musste. Als Lauftrainer hatte ich konkrete Vorstellungen, wie mein Turnunterricht in der 50 Minuten dauernden Bewegungseinheit aussehen soll. Von Ausdauer bis Motorik und Kraftzirkel, über Reckturnen bis hin zu Teamübungen ist alles vorhanden. Denn als Trainer beschäftige ich mich viel mit dem Thema Trainingsaufbau.

Als Bewegungscoach war es für mich von großer Bedeutung, meinen insgesamt 360 Schülern nicht nur Sport und Bewegung, sondern auch gewisse Werte im Turnunterricht zu vermitteln, was leider bei einigen zu wünschen übrig ließ. Denn nur mit gewissen Basics kann ein Turnunterricht auch funktionieren.

Was mich rückblickend sehr gefreut hat, ist, dass die Direktoren und Lehrerkollegen in den Schulen, in denen ich tätig war, 100-prozentig hinter meiner Arbeit standen und mich unterstützten. Zudem erhielt ich von den Eltern ein gutes Feedback, waren wir doch mit den Schülern viel im Freien unterwegs. Meine Übungen bzw. den Stationsbetrieb für den Unterricht baute ich etwa 20 Minuten vor Unterrichtsbeginn auf, damit ich mehr Nettozeit im Turnunterricht zur Verfügung hatte.

Sicherheit muss hohen Stellenwert haben

Oftmals wurde ich auf das Thema Unfallgefahr im Sportunterricht angesprochen. Bei mir wurden alle Übungen mit Matten abgesichert, zudem sicherte ich ab und half jedem einzelnen Schüler, arbeitete also aktiv im Unterricht mit. Dass trotzdem etwas passieren kann, kann man leider nicht 100-prozentig ausschließen. Mein Zugang als Trainer ist, dass man von den Schülern durchaus einiges verlangen kann.

Gerade die seit mehr als einem Jahr geltenden Einschränkungen im Freizeitverhalten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben den Bewegungsdrang der Kinder und Jugendlichen stark eingeschränkt. Dazu kommen stundenlanges Sitzen vor dem Computer im Rahmen des Home-Schooling, das Bewegungsmangel und Haltungsschäden fördert. Deshalb begrüße ich die von der Bundesregierung mit Mitte Mai geplanten Öffnungsschritte auch für den Breitensport ausdrücklich. Und vielleicht gibt es ja in Zukunft wieder eine Initiative wie den Bewegungscoach. Die Gesundheit unserer heranwachsenden Kinder, die bei den Bewegungseinheiten auch soziales Verhalten lernen, sollte es uns wert sein.

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