Biathlethin Hauser als Sprint-11. mit bestem Heim-Ergebnis

Lisa Hauser hat das Biathlon-Wochenende in Hochfilzen mit Rang elf erfreulich eröffnet. Den Sieg im Sprint am Freitag sicherte sich wie im Vorjahr Dorothea Wierer, die Südtirolerin gewann 5,9 Sekunden vor der fehlerfreien Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold. Als Dritte überraschte die Russin Swetlana Mironowa (+ 18,3 Sek.). Felix Leitner schaffte bei den Männer die beste ÖSV-Platzierung.

Hauser durfte sich nach zehn Treffern, aber nicht optimaler Laufleistung über ihr bisher bestes Hochfilzen-Ergebnis freuen. “Der Auftakt ist mir gelungen. Mit dem Schießen bin ich echt happy, null/null habe ich in Hochfilzen in einem Einzelrennen noch nie geschafft. Läuferisch habe ich mir ein bisschen schwergetan, damit bin ich nicht ganz zufrieden, aber es war ok”, meinte Hauser nach dem Rennen bei durchaus kniffligen Windbedingungen zur APA. Die Ausgangslage für die Verfolgung mit vier Schießeinlagen, die nach der Staffel am Samstag diesmal erst am Sonntag stattfindet, sei vielversprechend. “Das war das große Ziel, dass ich mit vorne rausstarten kann”, so die Tirolerin, der 45,1 Sekunden auf Wierer fehlten.

Katharina Innerhofer wurde nach zwei Strafrunden eine Minute hinter der Siegerin 24., sie hatte im Stehendschießen zwei Scheiben stehengelassen (“Das war ausbaufähig”). Dadurch war für die laufstarke Salzburgerin ein weiteres Spitzenergebnis wie zuletzt als Siebente in Östersund unmöglich. Die restlichen Österreicherinnen machten keine Weltcup-Punkte, Christina Rieder (47.) und Julia Schwaiger (56.) sind aber immerhin in der Verfolgung der besten 60 mit dabei. Zuschauen muss hingegen Dunja Zdouc (84.).

Wierer stürmte, obwohl sie sich gar nicht in Hochform wähnte, im dritten Saisonrennen zu ihrem zweiten Sieg. “Ich habe mich ein bisschen komisch, nicht 100 Prozent fit gefühlt. Im Großen und Ganzen war es aber gut”, erklärte die Weltcup-Spitzenreiterin.

Bei den Männern ist Youngster Felix Leitner für die ÖSV-Kapazunder in die Bresche gesprungen. Der 22-jährige Tiroler holte im Sprint als Achter sein zweitbestes Karriere-Ergebnis. Der große ÖSV-Hoffnungsträger Julian Eberhard landete nach drei Strafrunden nur an der 30. Stelle. Simon Eder und Dominik Landertinger hatten erkrankt gefehlt.

Der Schnellste vor 7.100 Fans im Pillerseetal war einmal mehr der Norweger Johannes Thingnes Bö. Der Weltcuptitelverteidiger wiederholte wie auch schon davor bei den Damen Dorothea Wierer seinen Vorjahressieg. Bö triumphierte im dritten Saisonrennen zum zweiten Mal, dadurch übernahm er vom zehntplatzierten Martin Fourcade auch das Führungstrikot. “Das war nahe an der Perfektion, aber ein Fehler zu viel. Ich dachte, ein anderer wird null Schießen und schneller sein. Der nächste Sieg ist natürlich gut, ich mag die Strecke hier”, meinte Bö, der sich vor dem ebenfalls einmal in die Strafrunde gegangenen Franzosen Simon Desthieux (+7,8 Sek.) durchsetzte. Dritter wurde der russische Ex-Dopingsünder Alexander Loginow (14,6/0).

Leitner bewies am Schießstand Nervenstärke und hielt auch in der Loipe gut mit. “Perfekt, ich hatte schon im Gefühl, dass heute ein richtig guter Tag wird. Ich habe gewusst, dass ich null schieße, wenn ich so arbeite wie im Training. Ich habe zurzeit das Gefühl, dass keine Fehler passieren können, wenn ich sauber arbeite”, freute sich der Wahl-Hochfilzener über sein bestes Weltcup-Ergebnis nach Verfolgungsrang vier im März in Oslo. Vor allem im Laufen habe er über den Sommer einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. “Ich habe in Östersund schon gemerkt, dass das Training fruchtet, heute war es echt perfekt.”

Die gute Ausgangslage will er am Samstag in der Verfolgung in ein weiteres Spitzenergebnis umwandeln. “Ich möchte wieder so ein Rennen machen, so souverän am Schießstand durchkommen, und das Laufen pfeift momentan einfach, das ist geil”, so der 35,1 Sekunden hinter Bö ins Jagdrennen startende Ex-Juniorenweltmeister. ÖSV-Cheftrainer Ricco Groß war natürlich angetan. “Mit dem Burschen sind wir auf einem guten Weg”, betonte der Deutsche.

Keinen Grund zur Freude hatte hingegen Julian Eberhard. Der Sprint-Olympia-Vierte schoss bereits im Liegend-Anschlag zweimal daneben, im Stehend-Schießen mit viel Risiko verfehlte ein weiteres Projektil das Ziel. “Das war natürlich nicht so geplant. Das kann passieren, aber gerade in Hochfilzen ist es natürlich nicht der ideale Zeitpunkt. Alles zusammen war das nicht mein Tag”, bedauerte der Sieger von bisher drei Sprint-Weltcuprennen, dem auch eine erneut sehr starke Laufzeit nichts brachte.

Als drittbester Österreicher holte sein Bruder Tobias Eberhard auf Rang 38 einige Weltcup-Punkte. Die Qualifikation für das Jagdrennen schaffte auch noch Harald Lemmerer (51.). Nicht in der Verfolgung mit dabei ist der für Simon Eder nachnominierte David Komatz (85.).

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