Bilderstreit: Erben siegessicher

    Am Freitag geht am Landesgericht Linz Prozess um verschollene Werke weiter

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    Von Heinz Wernitznig

    Das überraschende Auftauchen von einem der vier verschollenen Klimt- und Schiele-Werke hat für den Rechtsvertreter der Kläger nichts an den guten Erfolgsaussichten im Bilderstreit geändert. „Die Stadt Linz hat zehn Jahre lang behauptet, die Bilder nicht besessen zu haben. Mit dem Auftauchen der Klimt-Zeichnung ,Zwei Liegende‘ steht nun aber fest, dass die Werke in der Neuen Galerie waren“, betont der Wiener Anwalt Andreas Cwitkovits im Gespräch mit dem VOLKSBLATT. Er vertritt die Erben der Kunstmalerin Olga Jäger, die 1951 der Neuen Galerie der Stadt vier Bilder als Leihgaben überlassen hatte. Als die Erben die Werke im Mai 2006 zurückforderten, erhielten sie die Mitteilung, dass die Bilder verschwunden seien. Im Jänner 2009 reichten sie Klage auf Schadenersatz ein.

    Am Freitag wird am Landesgericht Linz die von der Stadt beantragte Wiederaufnahme des Verfahrens verhandelt. 2016 fand sich nämlich im Lentos ein Schriftstück, wonach 1990 die Leihe aufgekündigt wurde. Dies würde die rechtskräftig Verurteilung zur Zahlung von 8,24 Mio. Euro an die Erben infrage stellen.

    Im Gegensatz zur Stadt Linz geht Cwitkovits davon aus, dass trotz Schadenersatzzahlung die Kläger nach wie vor Eigentümer der aufgetauchten Klimt-Zeichnung sind.