„Bin dankbar, dass ich diese Rolle spielen darf“

OÖ-Kicker Ervin Omic führt ÖFB-U19 bei der EM als Kapitän an und hat dabei Großes vor

Voll fokussiert: Der Innviertler Ervin Omic will mit der ÖFB-U19-Auswahl bei der EURO für Furore sorgen.
Voll fokussiert: Der Innviertler Ervin Omic will mit der ÖFB-U19-Auswahl bei der EURO für Furore sorgen. © ÖFB/Karacam

Vom Innviertel aus machte sich Ervin Omic auf, die Fußballwelt zu erobern. Am Sonntag (20/live ORF Sport +) steigt bei der EURO in der Slowakei Spiel eins gegen Gruppenfavorit England, danach stehen die Duelle mit Israel (Mittwoch) und Serbien (Samstag) an.

Im Trainingslager in Windischgarsten holte sich das ÖFB-Team den Feinschliff und dort nahm sich der 19-Jährige auch Zeit, um über die EM, seinen Weg nach Italien, das Training mit seinem großen Vorbild und seine Ziele zu plaudern.

Nicht mehr lang und die EM beginnt. Wie sehr kribbelt es schon?

Die Vorfreude ist unbeschreiblich groß. Wir haben uns jetzt vier bis fünf Jahre auf dieses Turnier vorbereitet, haben jedes Spiel Gas gegeben. Das Ziel ist das Semifinale.

Das schaffte Österreich zuletzt 2014 — da standen die aktuellen Teamspieler Konrad Laimer, Philipp Lienhart und Florian Grillitsch im Kader. Ist deren Werdegang zusätzlicher Ansporn?

Sicher, wir haben auch darüber gesprochen. Sie sind jetzt in den Geschichtsbüchern. Aber wir wollen uns auch in die Geschichtsbücher eintragen. Das ist der große Traum von uns allen.

Was zeichnet den aktuellen Jahrgang aus?

Der Teamspirit — wie wir füreinander kämpfen, das sieht man glaube ich nicht oft. Die Stimmung ist immer gut.

Sie führen die Mannschaft als Kapitän an, was bedeutet Ihnen das?

Es fühlt sich gut an, die Kapitänsbinde trage ich mit großem Stolz. Ich bin dankbar, dass ich diese Rolle spielen darf, es ist eine schöne Herausforderung.

Auch in der U19 von Juve sind Sie Spielführer und wurden zum beliebtesten Nachwuchskicker gewählt. Ihr Weg von der Akademie Ried über Salzburg nach Italien ist beeindruckend.

Mit 16 Jahren ins Ausland zu wechseln war nicht einfach, aber ich wollte es unbedingt und bis jetzt bereue ich keinen Tag.

Wie wichtig war da ihr Bruder Denis (23), der ja vor seinem frühen Karriereende wegen einer Knie-Verletzung im Nachwuchs der AS Roma spielte?

Trotz seiner schwierigen Erfahrungen hat er mir nur positiv berichtet und mich bestärkt. Er ist der wichtigste Mensch in meinem Leben, aber sportlich mein größter Kritiker.

Sie dürfen seit längerem auch bei den Stars von Juve mittrainieren. Wie war’s mit Cristiano Ronaldo?

Ganz ehrlich? So richtig realisieren kann ich das noch gar nicht. Wenn ich es meinen Freunden erzähle, staunen sie, aber für mich ist das so: ‚Naja, ich hab mit ihm trainiert.‘ Aber das sind Erfahrungen fürs Leben, die man nie vergessen wird. Ich lernte bei Juve auch mein großes Idol Miralem Pjanic kennen, er war mein erster Ansprechpartner beim Training und ist ein Freund geworden.

Ihr Vertrag läuft aus, wie wird es weitergehen?

Jetzt zählt nur die EURO. Ich habe meinem Management und meiner Familie gesagt, dass ich nichts hören will. Nach der EM kann man darüber reden.

Wo sehen Sie sich in fünf, sechs Jahren?

Von jedem von uns ist es das große Ziel, in einer der fünf besten Ligen der Welt zu spielen. Dafür trainiere und arbeite ich jeden Tag hart. Und mit dieser harten Arbeit wird der Traum auch in Erfüllung gehen.

Neben den augenscheinlichen Führungsqualitäten — wo würden Sie sagen, liegen Ihre Stärken?

Ich mache gerne das Spiel, baue es von hinten auf, dazu Pässe in die Tiefe, Standards und Zweikampfstärke.

Und woran arbeiten Sie aktuell besonders intensiv?

Wenn du richtig an die Spitze willst, musst du dich überall verbessern wollen.

Abschließend: Sie sind früh ausgezogen, um die Fußballwelt zu erobern. Welche Bedeutung hat Oberösterreich für Sie?

Oberösterreich ist mein Zuhause und wird es auch immer bleiben. Es ist jedes Mal schön, wenn man nach Ried kommt, die Familie und die Freunde sieht.

Mit ÖFB-U19-Kapitän ERVIN OMIC sprach Tobias Hörtenhuber

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